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Mordversuch mit aufgeschäumter Luft

Beschimpfung und Beleidigung Mordversuch mit aufgeschäumter Luft

„Hallo, ihr kriminellen Bestien.“ Mit diesen Worten hat ein 60 Jahre alter Rosdorfer der Staatsanwaltschaft Göttingen einen „Mordversuch“ angezeigt. Eine Richterin am Amtsgericht, so schreibt er, habe in Auftrag gegeben, ihn zu ermorden.

Ein Medikament, „das zum Morden da ist“, aufgeschäumt mit Luft, solle ihm injiziert werden.

Das von unflätigen Beschimpfungen gegen alle Herrschenden wimmelnde Schreiben hat die Staatsanwaltschaft ernst genommen, hat formal ein Verfahren wegen versuchten Mordes eingeleitet, um es überzuleiten in eines wegen Beleidigung. Jetzt richten sich die Ermittlungen gegen den Schreiber selbst, und es steht der namentlich genannten Richterin frei, mit einer Strafanzeige wegen Beleidigung den Fall aufklären zu lassen.

Unter staatlicher Kontrolle ist der 60-Jährige bereits; eine Betreuung wurde eingerichtet. Denn der Rosdorfer fällt auf durch seine Internet-Seiten, auf denen er aller Welt mitteilt, was er so macht. Ob er gerade Haferflocken vergessen hat oder sich auf dem Sofa räkelt – alles mit Text und Bild dokumentiert. Dort spricht er alle Leser mit „meine Kinder“ an, denn er selbst steht über ihnen, ist ein Gesalbter, ein Hohepriester und Prophet, der die monotheistischen Weltreligionen vereint hat und es „Allah, die Mutter von allen Leuten“ überlässt, alles „Ungeziefer zu liquidieren“. Zu letzteren zählt er alle Juristen, alle Ärzte, Bundesminister und -abgeordnete – mordlüsterne „führende Schichten“ sowieso. Den „Terror und das Morden der Herrschenden“ hat er auch schon dem Generalbundesanwalt mitgeteilt. Doch der hat nicht reagiert. Anders als jetzt die Göttinger Strafverfolger, die wohl auch Mutter Allahs Zorn nicht fürchten.

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