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„Morgen fahre ich um 5 Uhr“

Verkehrschaos im morgendlichen Berufsverkehr „Morgen fahre ich um 5 Uhr“

Wer sich am Montagmorgen auf der Bundesstraße 27 in Richtung Göttingen befunden hat, ist vermutlich nicht pünktlich bei der Arbeit erschienen. Am ersten Tag nach den Herbstferien stand der Verkehr auf den Einfallstraßen mehr als er floss.

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Berufsverkehr auf der B 27 in Richtung Göttingen.

Quelle: Eckermann

Göttingen. Am stärksten betroffen war die Strecke aus dem Eichsfeld kommend. Gleich mehrere Leser informierten sich in den frühen Morgenstunden bei der Tageblatt-Redaktion, ob es einen Unfall gegeben habe oder eine neue Baustelle die Strecke blockiere. Doch weder Polizei noch Verkehrsbehörden hatten an diesem Tag etwas Neues zu vermelden. „Nur das normale Chaos im Berufsverkehr“, erklärte ein Sprecher der Polizei.

Die Reaktion in den sozialen Medien kam prompt und fiel heftig aus: „Normales Chaos? Das war ne Katastrophe“, meldete eine Tageblatt-Facebook-Freundin, nachdem sie mit Verspätung ihr Ziel erreicht hatte. Gegen 8 Uhr dauerte es nach Angeben mehrerer Betroffener etwa eine Stunde, um eine Strecke von 30 Kilometern zu bewältigen.

Fehler in der Planung

Als Grund für den zähen Verkehrsfluss wurde in den Netzwerken neben dem Ferienende auch die schlechte Verkehrsplanung ausgemacht. Die Ortsumgehung Waake hätte gleich vierspurig ausgebaut werden müssen, forderten die einen, während andere die Abkürzung durch den Ort wählten, nur um bei der Auffahrt auf die Bundesstraße erneut zum Stehen zu kommen.

Beschwerden über fehlende verkehrsplanerische Weitsicht waren auch am anderen Ende der Stadt zu vernehmen. Denn begünstigt durch die Vollsperrung der Landesstraße 569 – hier wird noch bis zum 21. Oktober der Radweg gebaut – staute sich der Verkehr auf der B 27 auch im Süden. „Da geht doch der Dank an die Verantwortlichen der blödsinnigen Radwegserneuerung vor Geismar! Das habt ihr gaaaaanz toll gemacht“, kommentierte eine Autofahrerin am Montagmorgen. Eine andere Autofahrerin ergänzte: „Und dieser ganze Scheiß wegen eines nicht reparaturbedürftigen Radweges.“

40 Minuten Wartezeit an der Kreuzung

Am frühen Morgen habe es bereits rekordverdächtige 40 Minuten gedauert, um die Ampelkreuzung Niedernjesa zu passieren, berichtete eine Leserin. Und als sie es bis ins Göttinger Stadtgebiet geschafft hatte, erlebte sie chaotische Szenen: „An der Reinhäuser Landstraße fuhren Motorräder auf dem Radweg und haben dort die Radler (Schüler) gefährdet“, schreibt sie.

Die Polizei hofft auf Normalisierung der Situation in den kommenden Tagen – spätestens nach Fertigstellung der Baustelle zwischen Diemarden und Geismar. Man werde die Situation beobachten, sagte Sprecher Christian Janzen. Die betroffenen Autofahrer suchen derweil nach anderen Lösungen. Ein Facebook-Kommentator kündigte an, nachdem er am Montag im Verkehrschaos bei Klein Lengden gestrandet war und anschließend von Zuhause aus gearbeitet hat: „Morgen fahre ich um 5 Uhr. Dann ist alles frei.“

Von Markus Scharf

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