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Moringen-Flüchtling drohen Konsequenzen

"Mit den Füßen abgestimmt" Moringen-Flüchtling drohen Konsequenzen

Ein Psychiatrie-Patient nimmt Drogen, er flieht aus der Anstalt, wird nach zwei Tagen Flucht wieder eingefangen. Was droht dem 45 Jahre alten Göttinger nun? "Jedenfalls keine Bestrafung", so Dirk Hesse, ärztlicher Direktor des Maßregelvollzugszentrums Moringen. Aber Lockerungen werden gestrichen.

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Dem aus dem Maßregelvollzug Moringen entflohenen Patienten droht zwar keine Strafe, aber Konsequenzen bekommt er dennoch zu spüren.

Quelle: dpa

Moringen. Drogenmissbrauch eines wegen Drogenabhängigkeit im Maßregelvollzug sitzenden Patienten sowie dessen Entweichung seien ja keine Straftaten, sondern nur ein Lockerungsmissbrauch. Ein Rückfall bei der Therapie gehöre wie Fieber zur Grippe. Und wer flieht, der habe über seine Therapie "mit den Füßen abgestimmt".

 

Das bedeutet nicht, dass es keine Konsequenzen für den Mann gibt, der 2013 in den Räumen des Polizeipräsidiums während der erkennungsdienstlichen Behandlung einem Beamten die Dienstwaffe entrissen und ihm ins Bein geschossen hatte. Er war dafür zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die vorangestellte Therapie im Maßregelvollzug war inzwischen offenbar soweit fortgeschritten, dass dem Patienten Freigänge gewährt wurden. Als sich der 45-Jährige selbst offenbarte, bei diesen wieder Kontakt zu Drogen gehabt zu haben, wurden die Vollzugslockerungen, so eine Auskunft des Sozialministeriums, weitgehend gestrichen - aber eben nicht ganz. Das hatte am vergangenen Fraitag die Flucht während des Wegbringens von Küchenabfall ermöglicht.

 

Zusammen mit der Polizei, so Hesse, habe man sodann eine Gefahreneinschätzung vorgenommen. Vor dem Vorfall bei der Polizei war der Patient nie durch Aggressivität aufgefallen. Darauf deutete auch am Freitag nichts hin. Deshalb keine Öffentlichkeitsfahndung. Diese Prognose habe sich bestätigt. Der Patient habe "praktisch nichts getan", sich nicht einmal aus Moringen wegbewegt und "nur darauf gewartet, dass man ihn wieder festnimmt".

 

Die Folge für ihn: Alle Vollzugslockerungen wurden gestrichen. Jetzt gehe es um eine "Perspektivklärung". Man beginne also mit der Therapie von vorn. Sollte sich herausstellen, so Hesse mit Bezug auf vergleichbare Fälle, dass mit schwierigen Patienten nicht mehr gearbeitet werden kann, gebe es oft noch einen Versuch in einer anderen Anstalt. Wenn das auch nicht klappt, müsse die Therapie abgebrochen werden und der Patient sitzt seine Reststrafe dann im Gefängnis ab. Das aber könne nur die Strafvollstreckungskammer des Landgerichts anordnen.

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