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Moses Alkhassi über seine Zeit in der syrischen Stadt Aleppo

Unter ständigem Artilleriebeschuss Moses Alkhassi über seine Zeit in der syrischen Stadt Aleppo

Die Strom- und die Wasserversorgung sind zusammengebrochen. Die Menschen leben hauptsächlich von Konserven. Ständig ist Artilleriefeuer und das Donnern von Kampfflugzeugen zu hören.

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Moses Alkhassi (Mitte) im Gespräch mit Thomas Oppermann (l.). Karmal Sido (r.) übersetzt.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Das Leben der 3,5 Millionen Menschen, die in der umkämpften syrischen Stadt Aleppo ausharren, ist schwer geworden. Das hat Archimandrit (Priestermönch) Moses Alkhassi gestern während eines Pressegesprächs bei der Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen berichtet. Der Geistliche hält sich derzeit in Deutschland auf, um den Weimarer Menschenrechtspreis stellvertretend entgegenzunehmen. Ausgezeichnet werden die Metropoliten der Syrisch-Orthodoxen Kirche und der Rum-Orthodoxen Kirche von Aleppo, Mor Gregorios Yohanna Ibrahim und Boulos Yazigi.

Yazigi hat sich in der humanitären Hilfe engagiert. So sammelte er im damals noch friedlichen Aleppo Spenden für Bedürftige in der Frontstadt Homs. Ibrahim führte Vermittlungen, um Entführungsopfer freizubekommen. Er und Yazigi waren im April 2013 unterwegs zur Übergabe zweier entführter Geistliche, als sie selbst in Gefangenschaft gerieten. „Über die Täter ist bis heute nichts bekannt“, erklärte Alkhassi.

In Aleppo wird seit Juli 2012 gekämpft. Von den einst 120 000 Christen der Stadt, die vor dem Krieg sechs Millionen Einwohner hatte, ist die Hälfte geflohen. In Raka, das zum Bistum Aleppo gehört, leben überhaupt keine Christen mehr. Die Stadt ist die Hauptstadt des Islamischen Staats. Aleppo ist auf dem Landweg kaum noch zu erreichen.

Alkhassi will wieder zu seiner Gemeinde zurückkehren. Zur Aufnahme weiterer Flüchtlinge und zu humanitärer Hilfe bekannte sich Thomas Oppermann, der Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag, im Gespräch mit Alkhassi. „Wir beten im Gottesdienst für sie“, sagte der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Göttingen, Friedrich Selter. Er versprach zudem, am Nachmittag bei der Weihnachtsfeier im Lager Friedland die syrischen Flüchtlinge von Alkhassi zu grüßen.

Von Michael Caspar

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