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Museumshof Scheden besteht seit 15 Jahren

Heimatgeschichte Museumshof Scheden besteht seit 15 Jahren

Es gibt verschiedene Orte, wo man in der Samtgemeinde Dransfeld den Bund fürs Leben schließen kann. Einer davon ist das Trauzimmer im Museumshof in Scheden. Seit 2012 kommt bei Bedarf einer der drei Dransfelder Standesbeamten vorbei, um Paaren inmitten alter Schätze das Eheversprechen abzunehmen.

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Marianne Beuermann im Trauzimmer auf dem ehemaligen Getreideboden des Museumshofes Scheden.

Quelle: Hinzmann

Scheden. Die ersten, die diese Möglichkeit nutzten, waren Brigitte und Karsten Beuermann. Seither kümmere sich ihre Schwiegertochter um das passende Ambiente für die Zeremonie interessierter Paare. Ein Teil jener Schätze südniedersächsischer Heimatgeschichte, die Marianne Beuermann in nunmehr 15 Jahren im Museumshof Scheden zusammengetragen hat, werden bei der Dekoration berücksichtigt. Für die Zeremonie im Trauzimmer sitzen sich Standesbeamter und Brautpaar an einem alten Schreibtisch gegenüber, darauf eine Schreibmaschine, ein Wählscheibentelefon und einige alte Holzstempel. Bequeme Sessel aus den 50er-Jahren oder Esszimmerstühle aus den 60ern dienen als Sitzgelegenheiten für die Gäste. Und wenn gewünscht, sagt Brigitte Beuermann, werde auf einem der alten Tischchen ein noch älteres Grammophon in Gang gesetzt.

 
Die Paare, die sich bislang hier getraut haben, berichten Marianne Beuermann und ihre Schwiegertochter, würden das heimelige und gemütliche Ambiente schätzen. Zwei Trauungen waren es im vergangenen Jahr, das erste Paar, das in diesem Jahr im Schedener Trauzimmer „Ja“ sagen wollte, habe plötzlich abgesagt, ein weiteres Paar wolle sich am 11. September hier trauen lassen. Trauungen habe es auf dem Beuermannschen Hof schon früher gegeben. Bis 1967 habe ihr Schwiegervater im Auftrag der britischen Militärregierung hier Paare getraut, sagt Marianne Beuermann. Der Stempel, den er einst unter die Urkunde setzte, gibt es noch heute.

 

Foto: Hinzmann

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Das Trauzimmer auf dem ehemaligen Getreideboden ist Teil des Museumshofes, in dem die 66-Jährige allerlei Dinge aus früheren Zeiten präsentiert. Vieles davon entstammt der eigenen Familie. So hängen in zum Beispiel in einem Kleiderschrank Taufkleider von drei Generationen, darunter ihr eigenes aus Fallschirmseide von 1949. Der Muff der Großmutter zählt ebenso zu den Exponaten wie jenes Akkordeon, das sich „Jungbauer Alfred Beuermann“ seinerzeit nach Oberscheden schicken ließ. In dem mächtigen Korbkinderwagen, der im früheren Kuhstall wieder zu Ehren kommt, habe ihre Großmutter gelegen, vom Großvater stammt ein Onduliereisen. Wem allerdings jene riesige rosa Unterhose gehörte, die Marianne Beuermann zu den ältesten Stücken ihres Museumshofes zählt, weiß sie nicht. Bei Führungen zeigt sie das XXL-Dessous jedoch gerne vor. Und zu fast allen Stücken weiß die frühere Ortsheimatpflegerin etwas zu erzählen.

 
„Ich habe schon immer altes Zeug geliebt“, begründet Marianne Beuermann ihre Sammelleidenschaft. Wie viele Ausstellungsstücke sie im Laufe der Zeit zusammengetragen hat? „Zählen kann das kein Mensch“, sagt sie und gesteht, dass allein das Abstauben viel viel Arbeit mache. Etwas wegzuschmeißen, das käme für sie aber nicht in Frage.

 
Führungen im Museumshof Scheden, Quantzstraße 41, bietet Marianne Beuermann nach telefonischer Anmeldung unter 0 55 46  / 6 88 von April bis Oktober an. Informationen zum Trauzimmer gibt es bei Brigitte Beuermann, Telefon 0 55 46 / 18 62. Internet: museumshof-scheden.de

 

Trauungen in der Samtgemeinde
In der Samtgemeinde Dransfeld sind Trauungen im Trauzimmer des Rathauses in Dransfeld, aber auch auf dem Gaußturm, dem höchsten Standesamt der Region, im Schloss der Familie Grote in Jühnde und im Trauzimmer des Museumshofes Scheden möglich. Die Samtgemeinde hat drei Standesbeamte. Terminvereinbarungen sind unter Telefon 0 55 02 / 3 02 34 oder 3 02 60 möglich. In diesem Jahr wurden  bisher 27 Ehen geschlossen. Zehn davon im Jühnder Schloss, drei auf dem Gaußturm und 13 im Rathaus. be
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