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Musik-Spielstätten sterben: Vereine sehen Göttingen in der Pflicht

„Gefährliche Notlage“ Musik-Spielstätten sterben: Vereine sehen Göttingen in der Pflicht

Das Angebot an Live-Musik in Göttingen muss gerettet werden: Die beiden Vereine Kreuzberg on Kultour und der Kulturverbund sehen angesichts eines „katastrophalen Spielstättensterbens“ in Göttingen die „öffentliche Hand“ in der Pflicht.

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Best before Monday im Blue Note: Mittlerweile spielt die Musik dort nicht mehr.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Zwar habe die Stadt Göttingen schon vor Jahren den Bedarf zur Förderung des Rock- und Pop-Bereiches erkannt und mit der Förderung begonnen, doch diese gegenwärtige finanzielle Unterstützung reicht nach Ansicht von Klaus Wißmann vom Verein Kreuzberg on Kultour nur aus, „um das zunehmende Aussterben dieser Göttinger Live-Kultur zu verlangsamen. „Aufgehalten werden kann es dadurch offenkundig nicht“, urteilt Klaus Wißmann. Er verweist auf das Kulturpolitische Leitbild der Stadt: „Neben der Unterstützung bei der Bereitstellung von Atelier- und Proberäumen, sind Ausstellungs- und Aufführungsmöglichkeiten erforderlich, aber auch Veranstaltungen, Aktionen und Festivals, um das Wirken der hier lebenden Künstlerinnen und Künstler sichtbar zu machen“, heißt es dort.

Für die beiden Vereine besteht nun „dringender Handlungsbedarf“, denn der Bereich zeitgenössischer Live-Musik befinde sich in einer „gefährlichen“ Notlage, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung. Darin sind 14 Spielstätten aufgelistet, die in den vergangenen zwölf Jahren schließen mussten – angefangen von der Outpost über das Electroosho bis hin zum Blue Note am Wilhelmsplatz.

Als bedrohlich für die „breite Konzertlandschaft“ erweist sich, nach Ansicht von Wissmann, nun auch das Kultursemesterticket des Allgemeinen Studierendenausschuss. Dessen Grundgedanke – Ermäßigungen für Studenten bei diversen Kultureinrichtungen – sei positiv, ungewollt wirke es „stark wettbewerbsverzerrend“. So könnten zwar die Spielstätten und Veranstalter, die im Ticket enthalten sind, durch diese gesicherten Einnahmen „großzügig“ planen und zu „extrem“ niedrigen Preisen anbieten, alle anderen Veranstalter hätten aber einen „erheblichen Wettbewerbsnachteil“. Konzertprogramme seien so gefährdet.

Zum neuen Wintersemester ist der Live-Club Exil ab Oktober nicht mehr Teil des Kultursemestertickets. Nach einem Beschluss des Studierendenparlamentes im Dezember hatte der Asta vorgeschlagen, sowohl das Exil als auch die Sammlungen der Universität aus dem Ticketangebot zu streichen. Bei der Uni-Wahl stimmten 71,4 Prozent für das neue Angebot, das für zwei Semester auch Vergünstigungen für die Heimspiele der Basketballherren von BG Göttingen (ermäßigter Preis von 1 Euro) und der ersten Herrenmannschaft des 1. SC Göttingen 05 (freier Eintritt) bieten soll.

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Von Redakteur Michael Brakemeier

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