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NPD plant Marsch durch Göttingen

„Freundeskreis“ am Bahnhof NPD plant Marsch durch Göttingen

Anders als bislang geplant, soll sich der rechtsextreme „Freundeskreis Thüringen / Niedersachsen“ am Freitag, 19. August, nach dem Willen der Stadtverwaltung nicht auf dem Albaniplatz in Göttingen, sondern am Bahnhof versammeln. Dagegen hat allerdings das „Bündnis gegen Rechts“ geklagt.

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Wie am vergangenen Wochenende planen Göttinger Initiativen auch an diesem Freitag und Sonnabend Demonstrationen gegen Rechte und Nazis.  

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Das Bündnis beanspruche den Platz aufgrund einer vorherigen Anmeldung selbst, erklärte der DGB-Regionsvorsitzende und Bündnis-Sprecher Lothar Hanisch. Das Verwaltungsgericht Göttingen wird nun am Freitag entscheiden müssen. Zuvor hatte die Stadtverwaltung erklärt, die Verlegung des Freundeskreis-Treffens sei das Ergebnis eines Kooperationsgespräches im Vorfeld gewesen. Als Ergebnis sei auch die Dauer des Treffens verkürzt worden. Es sei nun von 19.30 bis 21 Uhr angesetzt. Nach dem Willen der Verwaltung sollen sich die Freundeskreis-Mitglieder auf einem dafür eigens abgesperrten Sektor am Haupteingang des Göttinger Bahnhofs versammeln.

Gegen das Freundeskreis-Treffen sind eine Reihe von Demonstrationen angekündigt, deren Orte damit teilweise unsicher bleiben. Das „Bündnis gegen Rechts“ soll sich laut Verwaltung von 17 bis 21 Uhr in einem anderen Bereich des Bahnhofsvorplatzes versammeln. Zwei weitere, vom DGB angemeldete Veranstaltungen auf dem Markt und auf dem Platz der Synagoge wurden von der Verwaltung bestätigt. Zu weiteren Protestveranstaltungen solle es durch die SPD auf dem Albaniplatz, durch die Antifaschistische Linke auf der Bahnhof-Westseite und durch die Piraten auf dem Hiroshima-Platz kommen.

Hanisch kündigte „einen lautstarken und bunten Störprotest“ an. Man werde sich auch künftig den Rechtsextremen entgegenstellen, so der im Bündnis aktive SPD-Stadtverbandssprecher Christoph Lehmann.

Andacht als Zeichen gegen "Freundeskreis"

Die evangelisch-lutherische Kirche will außerdem mit einer halbstündigen Andacht in der Kirche St. Albani ein Zeichen gegen den „Freundeskreis“ und dessen Ideologie setzen. Um 20 Uhr werde es einen Bittgottesdienst für Frieden und Nächstenliebe geben, sagte Friedrich Selter, Superintendent des Kirchenkreises Göttingen. Er wird daran ebenso mitwirken wie Albani-Pastor Martin Hauschild.

Die Grüne Jugend Göttingen hat dazu aufgerufen, die Freundeskreis-Kundgebung mit Mitteln des zivilen Ungehorsams zu verhindern. Die Nachwuchsorganisation der Partei fordert wieder dazu auf, den Ort der Kundgebung bereits im Vorfeld mit antifaschistischen Parolen und Plakaten auszustatten. Aufgrund personeller Verflechtungen sieht die Grüne Jugend die Freundeskreis-Kundgebung auch als Wahlkampfveranstaltung der rechtsextremen NPD. Auch das Göttinger „Bündnis zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“ hat zu entschiedenem Widerstand gegen die NPD den Freundeskreis aufgerufen.

Der Unterbezirk Göttingen der NPD hat laut Stadtverwaltung mittlerweile für Sonnabend, 10. September, einen Demonstrationszug durch Göttingen angemeldet. Er soll am Schützenplatz starten und unter anderem auf dem Marktplatz und vor dem Jugendzentrum Innenstadt Halt machen.

Das Tageblatt berichtet live von den Kundgebungen unter goettinger-tageblatt.de, auf der Tageblatt-Facebook-Seite und bei Twitter unter dem Hashtag #goe19.

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