Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Nach 40 Jahren schließt das Blue Note in Göttingen

Ende der Legende Nach 40 Jahren schließt das Blue Note in Göttingen

Schluss, aus, vorbei. Nach 40 Jahren schließt der Keller-Club Blue Note nach einer letzten Silvesterparty.

Voriger Artikel
Taxis in der Silvesternacht in Göttingen Mangelware
Nächster Artikel
Gefahrgutunfall bei Göttingen: Rattengift unter Erde und Beton

Vom Jazzkeller zum Club: Das Blue Note wird 1974 eröffnet. Zum Schluss ist es eine der wenigen verbliebenen Göttinger Live-Bühnen.

Quelle: Pförtner

Göttingen. „Der derzeitige Betreiber des Blue Note hat den Pachtvertrag mit der Universität von sich aus gekündigt und wird die Räumlichkeiten Anfang Januar 2015 verlassen“, berichtet Thomas Richter, Sprecher der Uni Göttingen.

Blue-Note-Betreiber Farzad Ahmadi widerspricht allerdings Richters Darstellung. Er hätte das Blue Note sehr gerne weitergeführt und die Option in seinem Pachtvertrag auf drei weitere Jahre ab 21015 in Anspruch genommen. Bereits im Sommer habe er dies mündlich beim Gebäudemanagement der Uni vorgetragen.

Bei einem ersten Gespräch sei ihm, so Ahmadis Darstellung, zunächst eine leichte Mieterhöhung, dann im Dezember eine Verdoppelung der jetzigen Miete angekündigt worden. Zu Vertragsdetails und zu etwaigen Mieterhöhungen macht Richter auf Tageblatt-Anfrage derzeit keine Angaben.

Ein Jahr zu warten, dauere zu lange

Die Uni ist seit 2012 nach einem Tausch mit dem Studentenwerk im Besitz des Hauses am Wilhelmsplatz 3 und saniert dieses inklusive Gewölbekeller derzeit für 2,3 Millionen Euro. Die Arbeiten im Gebäude, in dem ein Tagungszentrum entstehen soll, sollen noch voraussichtlich ein Jahr dauern. Ob dann wieder ein Club oder eine Kneipe in dem Kellergewölbe eröffnet, ist offen:

„Ein öffentliches Interessenbekundungsverfahren soll zeigen, ob Interesse besteht, künftig in dem Keller Gastronomie zu betreiben“, sagt Richter. Der Betrieb werde nach Ende der Bauarbeiten frühestens 2016 wieder aufgenommen werden können.

Mit Emin Bayramov und Markus Gassmann hat es bereits potenzielle Betreiber einer neuen Gastronomie im ehemaligen Blue Note gegeben. Ein Konzept für den Club inklusive Businessplan hätten sie erarbeitet und bereits der Uni vorgestellt, sagt Bayramov, Geschäftsführer der Veranstaltungsagentur Altruist Ambitions Entertainment.

Allerdings, so räumt er ein, seien die Kommunikation damals nicht perfekt und die Begleitumstände etwas „chaotisch“ gewesen. Mit der bisherigen Aussage des Uni-Gebäudemanagements, dass es frühestens ab 2016 wieder Gastronomie im Keller am Wilhelmsplatz geben soll, habe sich ihre Idee „fast zerschlagen“, sagt Bayramov. Ein Jahr zu warten, dauere zu lange.

„Wir haben viel Engagement reingesteckt, um die Bühne dort zu etablieren“

Hoffnung setzt er nun auf ein weiteres Gespräch mit Vertretern der Uni Anfang Januar, bei dem er das Konzept erneut präsentieren kann und die Uni möglicherweise die Renovierungspause verkürzt. Nach Tageblatt-Informationen gibt es neben Bayramov und Gassmann mindestens zwei weitere Interessenten für den Betrieb des Clubs.

Für Klaus Wissmann, Vorsitzender des Vereins Kreuzberg on KulTour, schmerzt der Verlust des Blue Notes doppelt. Erst seit einem dreiviertel Jahr gastiert die offene Bühne des Vereins nach dem Ende des alten Domizils, der Blooming Bar, im Blue Note. „Wir haben viel Engagement reingesteckt, um die Bühne dort zu etablieren“, sagt Wissmann.

Zudem verschwinde mit dem Ende des Blue Notes ein weiterer wichtiger Ort für Live-Musik in Göttingen. Für die Offene Bühne hat Wißmann aller Voraussicht nach einen neuen Ort gefunden: Ab Januar soll sie im Freihafen in der Nikolaistraße 1b eine neue Heimat finden, sagt er.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“