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Nach Anlaufschwierigkeiten läuft der Betrieb

Flüchtlingsunterkunft Siekhöhe Nach Anlaufschwierigkeiten läuft der Betrieb

Nach den Protesten im Mai gegen die große Flüchtlingsunterkunft am Anna-Vandehoek, verläuft das Leben in der ehemaligen Groner Lagerhalle inzwischen fast reibungslos.

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Flüchtlingsunterkunft Siekhöhe: Es hat sich „eingeruckelt“.

Quelle: Harald Wenzel

Grone. „Alles friedlich. Wir sind froh, dass es sich eingeruckelt hat“, meldet der Leiter der Unterkunft, Pascal Comte vom Deutschen Roten Kreuz. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und einer großen Portion Improvisation laufe es nun rund, sagt Comte. Rund 100 Menschen aus 15 Nationen leben derzeit in der in Schlaf- und Aufenthaltsbereich geteilten Halle, die bis zu 400 Menschen beherbergen kann. Schon jetzt hallen laute Geräuschen, etwa von weinenden Kindern oder zuschlagenden Türen durch das Gebäude.

Zehn DRK-Mitarbeiter betreuen neben ehrenamtlichen Helfer die Flüchtlinge täglich von 8 bis 20 Uhr. Ein Sicherheitsdienst ist rund um die Uhr in der Halle. „Wir sind keine Notunterkunft“, betont Comte. Ziel der Integrationsarbeit sei es nun, die Bewohner zur Selbstständigkeit zu erziehen. Klagen von Flüchtlingen, wie etwa von Mustafa Darraji, dass ihr Geld nicht reiche und dass sie keine Wohnungen in Göttingen fänden, erreichen Comte täglich. Lösen könne er diese Dinge aber nicht und verweist auf die Verwaltung.

Bereits im März hatte die Ratsfraktion der Piraten zwei wissenschaftliche Mitarbeiter der Uni mit juristischem Fachwissen, Fachgebiet Asylrecht, mit einer Studie beauftragt, die Flüchtlingsunterbringung in den städtischen Unterkünften zu prüfen. Kapazität, Auslastung, Zustand der Sanitäranlagen, Aushänge und Sprachen, als auch Themen wie Sicherheit, Freizeitangebote und mögliche Defizite im Zusammenhang mit der Belegung wurden überprüft.

Überrascht sei die Ratsfraktion „über das in vielen Punkten gute Abschneiden des DRK-Camps Siekhöhe, welches zuletzt stark in der Kritik stand“, gewesen. Es sei sehr durchdacht und auf die Bedürfnisse der Geflüchteten abgestimmt, urteilen die Gutachter. Negativ seien aber die fehlenden Decken über den einzelnen Wohneinheiten. Auch die Zimmergröße mit bis zu 14 Personen könne überdacht werden. Die Anlage sei „sehr modern und zugleich funktional gestaltet“. Die Kooperation mit dem SC Hainberg wirke sich sehr vorteilhaft aus, positiv falle auf, dass sich um die Privatsphäre von Frauen und Paaren Gedanken gemacht und umgesetzt wurden. Gleiches gelte für die Bedürfnisse von Kindern. Bemägelt wird die schlechte Busanbindung.mib

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Von Redakteur Michael Brakemeier

Der Wochenrückblick vom 26. November bis 2. Dezember 2016