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Nach Brand: Welle der Hilfsbereitschaft für Jühnder Familie

„Es muss ja weitergehen“ Nach Brand: Welle der Hilfsbereitschaft für Jühnder Familie

Eine Familie im Ausnahmezustand: Im Februar erfahren Michaela und Oliver Schumacher aus Jühnde, dass ihre jüngste Tochter Sina an Knochenkrebs leidet. Die Wochen und Monate, die folgen, sind eine schwere Belastung, nicht nur für die Eltern und die siebenjährige Sina, sondern auch für die 14 Jahre alte Julia.

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Oliver Schumacher im zerstörten Wohnzimmer seines Hauses.

Quelle: Hinzmann

Jühnde. Dann am vergangenen Sonntag erneut ein Schicksalsschlag: Durch einen Schwelbrand wird das Haus der Familie unbewohnbar.

Schnell spricht sich das herum und löst eine Welle der Hilfsbereitschaft aus.

Michaela und Oliver Schumacher wohnen zurzeit mit den beiden Töchtern Sina und Julia im Ort mietfrei in einer möblierten Wohnung. Ihr weitgehend zerstörtes Haus dürfen sie inzwischen betreten. Doch während Vater Oliver versucht, noch verwertbare Habe zu retten, mag Sina, die am Donnerstag erst von einer weiteren Chemotherapie wieder aus dem Krankenhaus kam, nicht mit ins Haus.

Ihre Kuscheltiere sind verrußt, so wie fast alles im Erdgeschoss. Am heftigsten hat der Schwelbrand im Wohnzimmer und im darüber liegenden Elternschlafzimmer gewütet, dazu die Schäden durch das Löschwasser.

Das Haus muss abgerissen werden

Der Brandsachverständige habe alles genau untersucht, sagt Michaela Schumacher. Er schätze den Schaden auf rund 250 000 Euro. Die Brandursache lasse sich nicht eindeutig feststellen. Möglicherweise sei es im oberen Stockwerk zu dem unbemerkt gebliebenen Schwelbrand gekommen. Fest steht hingegen, dass das Haus abgerissen werden muss, sagt Oliver Schumacher.

Er war am Sonntagabend mit Tochter Julia für etwa anderthalb Stunden zum Essen. Als sie zurück kamen, war bereits überall in der Wohnung Rauch. Mutter Michaela hielt sich zum Zeitpunkt des Brandes bei Sina im Uniklinikum auf. Nach dem Anruf ihres Mannes sei sie nach Jühnde gefahren.

„Das war ein furchtbares Gefühl“, sagt die 42-Jährige. Die breite Unterstützung die sie seither erfahren hätten, sagt das Paar, sei überwältigend, aber auch beängstigend. Und mit Blick auf die Zukunft: „Es muss ja weitergehen.“ Immerhin scheine die Therapie Sinas anzuschlagen, sagt die Mutter hoffnungsvoll.

Hilfe kommt von allen Seiten

Die Hilfsbereitschaft der Jühnder kennt kaum Grenzen. Über Facebook, Plakate und Flyer haben Freunde, Kollegen und Nachbarn um Unterstützung für die Familie gebeten. Auch seitens der Gemeinde und der Samtgemeinde gibt es entsprechende Aufrufe. Samtgemeindebürgermeister Mathias Eilers rief am Donnerstagabend in der Sitzung des Rates zu Spenden auf und kündigte an, aus den Verfügungsmitteln noch etwas draufzulegen.

Etwa 40 Vertreter der Vereine und des Jühnder Gemeinderates wollen ebenfalls verschiedene Hilfsaktionen auf die Beine stellen, sagt Jühndes Bürgermeister Dietmar Bode nach einem Treffen der Vereinsvertreter am Mittwoch. So soll es am 4. Advent, am 21. Dezember, in Jühnde einen Benefiz-Weihnachtsmarkt geben, den Gemeinderat und Feuerwehr organisieren.

Unabhängig davon wurden außerdem bereits zwei Spendenkonten eingerichtet, auf der für die Familie Schumacher gesammelt wird. Eine Initiative dazu kommt aus dem direkten Freundeskreis der Familie, die andere von Eltern, mit deren Kindern Sina Schumacher in den Kindergarten ging. Bürgermeister Bode ist stolz: „Hier zeigt ein Dorf, dass es zusammensteht.“

Unterstützung erfährt die Familie auch durch das Elternhaus für das krebskranke Kind in Göttingen. Neben einer finanziellen Soforthilfe werde die Familie vom Elternhaus begleitet. Auf Anraten des Elternhauses hat Michaela Schumacher inzwischen selbst ein Sonderkonto eingerichtet:

Spendenkonto: Michaela Schumacher, IBAN: DE11 2605 0001 0156 2820 14

Hilfe kommt von allen Seiten

Jühnder Familie erfährt nach Schicksalsschlägen Welle der Hilfsbereitschaft. © Hinzmann

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Foto: Dankbar für die Hilfe von nah und fern: Familie Schumacher feiert Weihnachten in ihrer Übergangswohnung.

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