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Nach Gefahrgut-Unfall bei Göttingen: Fahrspur nach Norden frei

Komplette Freigabe am Nachmittag Nach Gefahrgut-Unfall bei Göttingen: Fahrspur nach Norden frei

Erst 27 Stunden nach dem verheerenden Unfall mit einem Gefahrguttransport auf der Autobahn 7 bei Göttingen sind am Sonnabendmorgen die Fässer mit hochgiftigem und leicht entzündlichem Rattengift geborgen werden. Von der Freigabe der Autobahn aber sind Helfer und Autobahnmeisterei noch Tage entfernt. Zunächst muss das Wrack des Lastwagens dekontaminiert werden, danach erst kann die Fahrbahn begutachtet werden. Das wird frühestens am Sonnabendabend sein.

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Einsatzkräfte an der Unfallstelle auf der Autobahn 7 bei Göttingen

Quelle: Heller

Göttingen. Dann wird sich entscheiden, ob die Fahrbahn abgefräßt werden muss. Davon ist im Augenblick auszugehen, weil auch der offenporige Asphalt unter der Hitze der brennenden Fässer schmolz, so dass die Unfallstelle in beide Fahrtrichtungen mindestens noch bis Montag nicht freigegeben werden kann.

Unterdessen staut sich der Verkehr rund um Göttingen weiter. Die Verhältnisse seien chaotisch, berichten Autofahrer. Durch den Weihnachtsverkehr ist das Verkehrsaufkommen laut Autobahnpolizei stark angestiegen.

Die vielen Helfer, insbesondere die freiwillige Feuerwehr Rosdorf und der Gefahrgutzug des Landkreises sind inzwischen mit ihren Kräften am Ende. Nachdem die Northeimer Kollegen die Arbeit in der Nacht übernommen hatten, waren die Göttinger ab 6 Uhr am Sonnabend wieder im Dienst.

Schutzanzüge verschlissen

In der Nacht war auch das Auto mit dem tödlich verunglückten Fahrer aus Erfurt unter Vollschutz aus dem Gefahrenbereich gezogen und mitsamt der Leiche in eine Fahrzeughalle gebracht worden. Inzwischen sind sämtliche Schutzanzüge, die für das Umladen der hoch gefährlichen Fracht nötig waren, verschlissen. Neue Schutzanzüge wurden im Landkreis Osterode geordert. Doch die Transporter mit dem Material stecken teils im Stau auf der A7.

Das Dekontaminieren des mit dem Gift verseuchten Fahrzeugwracks hat die Berufsfeuerwehr Kassel übernommen, die ihre Hilfe anbot und mit eigener Schutzausrüstung anrückt. Die Hessen werden auch den Abtransport der Container übernehmen, in die das Gift geladen wurde.

Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Autobahn 7 bei Göttingen ist ein Autofahrer getötet worden. Mehrere weitere Unfallbeteiligte wurden schwer verletzt.

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Unfallfahrzeuge wurden beschlagnahmt

Danach wird die Dekra den dekontaminierten Hänger bergen und in eine Halle der Firma Rathmann bringen, wo er untersucht wird. Die Unfallfahrzeuge wurden beschlagnahmt. Das wird frühestens am Abend sein, erklärt Einsazleiter Martin Willing nach eine Lagebesprechung. 

Unterdessen sind die Göttinger Helfer auch mit der Versorgung der Einsatzkräfte am Ende. Das Technische Hilfswerk aus Hann. Münden und Northeim hatte die Helfer versorgt. Inzwischen ist sogar der ASB Markoldendorf eingesprungen, um Verpflegung heran zu schaffen.

 Auch das Löschpulver für die immer wieder neu sich entzündenden Giftfässer musste bei allen Wehren der Region zusammengesammelt werden. Allein aus Kassel kamen 500 Kilo Löschpulver von der dortigen Berufswehr. Über die Höhe des Unfallschadens gibt es nach wie vor nicht einmal eine grobe Schätzung. Er wird in die Millionen gehen.

Aktualisierung: Sonnabend, 17.30 Uhr:

An der Unfallstelle geht es voran. Wie die Göttinger Polizei auf Anfrage mitteilt, wurde der letzte Container mit Rattengift-Fässern gegen 16.45 Uhr abtransportiert. Aktuell wird der Unfall-Lastwagen dekontaminiert. Vermutlich gegen 18 Uhr wird ein Gutachter den verunglückten Sattelzug in Augenschein nehmen.

Davon erhofft sich die Polizei Erkenntnisse zur Unfallursache. Direkt im Anschluss soll dann mit der Bergung des Lastzugs begonnen werden. Wie lange das dauern wird, ist zurzeit noch unklar. Und erst wenn der Lastwagen von der Fahrbahn entfernt ist, können die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei den Zustand des Straßenbelags beurteilen und entscheiden, ob gegebenenfalls großflächig neu asphaltiert werden muss oder ob sowohl in Fahrtrichtung Norden als auch Süden die A 7 vielleicht in Teilen wieder für den Verkehr freigegeben werden kann. Die Vollsperrung der A 7 in beide Richtungen wird also vermutlich noch bis mindestens Sonntagfrüh andauern.

Aktualisierung: Sonntag, 8.50 Uhr:

Die A 7 bei Göttingen ist nach dem Gefahrgutunfall am Freitagmorgen am heute, Sonntag, in Fahrtrichtung Hannover wieder einspurig befahrbar. In Fahrtrichtung Süden bleibt die Sperrung weiterhin bestgehen. Gegenwärtig wird dort die Fahrbahn ausgebessert. Das hat die Polizei am Sonntagmorgen bekanntgegeben.

Nachdem heute Nacht der Gefahrgut-LKW geborgen werden konnte, haben sich Fachleute zügig an eine Prüfung der Fahrbahndecke gemacht und entschieden, zunächst eine Spur Richtung Hannover freizugeben. Zur Stunde wird die Südfahrbahn Richtung Kassel abgefräst, um dann eine neue Asphaltdecke aufzutragen. Nach einer Aushärtephase des Baustoffes, die etwa 12 Stunden dauert, hofft man, dass in den Abendstunden auch der Verkehr in Richtung Süden wieder rollen kann.

Mit der Öffnung einer Fahrspur Richtung Norden ist auch die Raststätte Göttingen-Ost wieder geöffnet. Wann wieder alle Fahrspuren zur Verfügung stehen, kann gegenwärtig noch nicht gesagt werden. Die Staubildung auf den Umleitungsstrecken hatte sich, wie schon in der Nacht zuvor, entspannt. Ob es auch heute nochmals zu starken Behinderungen des Reiseverkehrs kommen wird, bleibt abzuwarten.

 be

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