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Göttinger SPD in Aufbruchstimmung

Nach Parteiwechsel im Landtag Göttinger SPD in Aufbruchstimmung

Eine Woche nach dem Mehrheitsverlust der rot-grünen Landesregierung und 65 Tage vor der jetzt vorgezogenen Landtagswahl in Niedersachsen hat die Göttinger SPD ihre Wunden geleckt - und die Ärmel hoch gekrempelt. In einer Sondersitzung des Stadtverbandes stimmten sich die Mitglieder am Freitag auf den Wahlkampf ein.

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Gerd Hujahn, SPD-Kandidat zur Landtagswahl in Niedersachsen im Wahlkreis Göttingen Münden als Gastredner bei der SPD im Stadtverband Göttingen

Quelle: Schubert

Göttingen.   Es ist immer wieder das „Wir“. Fast jedem Satz der Redner vorangestellt, zieht es sich wie ein roter Faden durch diesen Abend. Und es wirkt: Die Stimmung steigt, der Applaus wird lauter und die gut 50 Genossen im Saal der Göttinger Jugendherberge scheinen immer weiter zusammenzurücken – angetrieben von der fast trotzigen Grundstimmung: „Jetzt erst Recht“.

Vor gut einer Woche hat die Grünen-Abgeordnete Elke Twesten im niedersächsischen Landtag ihrer Fraktion den Rücken zugekehrt und ist zur CDU-Fraktion übergetreten – mit schweren Folgen: Die rot-grüne Regierungsmacht hat ihre knappe Mehrheit verloren, am 15. Oktober wird - vorgezogen - ein neuer Landtag gewählt.

„Der Verrat an Rot-Grün trifft uns alle“, fasste der Stadtverbandsvorsitzende Christoph Lehmann die „neue Situation“ zusammen. Twestens Übertritt im Zuge einer „Intrige“ sei „ein Angriff auf die Vollendung der gemeinsamen, entscheidend sozialdemokratisch geprägten Regierungsarbeit von SPD und den Grünen“. So etwas habe es bisher in Niedersachsen nur einmal gegeben, ergänzte die Landtagsabgeordnete und erneute Bewerberin Gabriele Andretta – 1970 und ebenfalls mit einem Übertritt zur CDU. „Sie kennt keine Skrupel, und ihr scheint jedes Mittel recht zu sein, wenn es um die Macht geht“, so Andretta. Solche Abwerbungen seien ein  Markenzeichen der CDU, ergänzte der Alt-Genosse Klaus Wettig mit Blick auf ähnliche Fälle auf Bundesebene und in anderen Ländern und fügte an: „Die SPD macht so etwas nicht.“

Lange wollten sich die Parteimitglieder an diesem Abend aber nicht mit Klagen und Wunden lecken aufhalten: „Der Blick zurück im Zorn bringt uns nicht weiter“, appellierte Andretta an die Genossen. „Jetzt erst recht“ gelte es, nach vorne zu schauen auf einen engagierten kurzen Wahlkampf bis zum 15. Oktober. „Rot-Grün hat viel erreicht, dass müssen wir jetzt auch kommunizieren“, so Lehmann. Immer wieder das „Wir“ vorangestellt, listeten Parteimitglieder die politischen Erfolge seit der zurückliegenden Wahl und ihre Ziele für die nächste Runde auf:  Die SPD stehe (mit den Grünen) für gute Bildung und Inklusion (Tom Wedrins).

Die SPD und voran Andretta hätten dafür gesorgt, dass die Göttinger Uniklinik komplett neu gebaut wird, neue Uni-Institute in Göttingen Fuß fassen, der Wohnungsbau voran kommt und der Nahverkehr auch hier gestärkt wird (Rolf-Georg Köhler). Und „wir“ kämpften gemeinsam für eine noch bessere Familienförderung inklusive gebührenfreier Kita-Plätze und eine starke Region Südniedersachsen, so der Landtagskandidat für den westlichen Wahlkreis Göttingen-Münden, Gerd Hujahn, als Gast beim Stadtverband.

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