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Nach Selbsttötung: ICE bleibt im Tunnel stehen

500 Fahrgäste stecken fest Nach Selbsttötung: ICE bleibt im Tunnel stehen

Ein ICE-Zug ist am Freitagmorgen nach einem Unfall in einem Tunnel bei Jühnde stehengeblieben. Die etwa 500 Fahrgäste mussten im Tunnel in einen Ersatzzug auf dem Nebengleis umsteigen. Anlass war offenbar ein Selbstmord auf den Gleisen.

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Stillstand im Tunnel: Mittels Überleitbrücken steigen die ICE-Fahrgäste in den Intercity auf dem Nebengleis um.

Quelle: Theodoro da Silva

Der oder die Unbekannte hatte sich am Stellwerk Jühnde etwa vor dem Eingang des Endelskamptunnel auf die Gleise gestellt, als gegen 9.37 Uhr der ICE aus Richtung Kassel mit etwa 250 Stundenkilometern herannahte. Der Lokführer habe noch ein Warnsignal gegeben, sagte Karsten Beuermann, Gemeindebrandmeister von Dransfeld und Leiter der Bergungskräfte der Feuerwehr. Nach dem Aufprall bremste der Zug ab und kam erst in dem 673 Meter langen Tunnel unter dem Endelskamp östlich von Jühnde zum Stehen.

Die Deutsche Bahn AG leitete einen aus Kassel-Wilhelmshöhe nachfolgenden Intercity an der Unglücksstelle auf das Gegengleis um. Im Tunnel mussten die ICE-Fahrgäste mittels Überleitbrücken in den IC umsteigen, während am vorderen ICE-Triebwagen die Feuerwehr mit Bergungsarbeiten beschäftigt war. Die Bergung der getöteten Person habe die eingesetzten Kräfte sehr belastet, sagte Beuermann.

Die Nord-Süd-Hochgeschwindigkeitsstrecke musste für mehrere Stunden gesperrt werden. Währenddessen wurde der Verkehr auf die Altbaustrecke umgeleitet. Aber auch dort gab es Probleme: Wegen eines Schadens an der Oberleitung in Höhe des Bahnhofs Friedland konnte auf der Ausweichstrecke nur eines der beiden Gleise befahren werden.
Wer die getötete Person ist, war gestern noch unklar. Am Stellwerk Jühnde stießen Polizei und Feuerwehr auf ein geparktes Auto: Offenbar war der Selbstmörder mit dem Wagen zum Stellwerk gefahren, hatte sich dort auf die Gleise gestellt und den nächsten Zug abgewartet.

Durch den Vorfall kam es zu erheblichen Verspätungen in beiden Fahrtrichtungen. Der IC, der die Fahrgäste des Unglücks-ICE aufgenommen hatte, verspätete sich um dreieinhalb Stunden. Die Umleitung über die Altbaustrecke zog in beiden Richtungen Verspätungen von einer halben Stunde und mehr nach sich. Erst gegen 13.30 Uhr konnte die Strecke wieder freigegeben werden.

Die Betriebsunfallstatistik der Deutschen Bahn weist für die Jahre 1997 bis 2002 5731 Selbsttötungen durch herannahende Züge aus. Das sind im Durchschnitt 18 Fälle pro Woche. Der Suizid vom Donnerstagmorgen, sagt Einsatzleiter Beuermann, sei für seine Einsatzkräfte der erste Vorfall dieser Art im Bereich Dransfeld/Jühnde seit Inbetriebnahme der ICE-Strecke im Jahr 1991 gewesen.

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