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Nach dem Beben in Nepal: Geograph Christoph Dittrich über den Sinn von Exkursionen

„Niemand geht unbedarft auf Exkursion“ Nach dem Beben in Nepal: Geograph Christoph Dittrich über den Sinn von Exkursionen

Als „extrem wichtig“ für die Ausbildung junger Wissenschaftler bezeichnet Prof. Christoph Dittrich vom Geographischen Institut der Göttinger Universität, die Teilnahme von Studierenden an Exkursionen und Feldtagen.

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Die Nachfrage vor allem nach Fernexkursionen – Ziele sind hier oft Indonesien, Indien, Lateinamerika oder eben Nepal – sind am Institut, an dem auch der bei dem Erdbeben im Himalaya getötete Geograf Matthias Kuhle lehrte und forschte, entsprechend groß.

Quelle: dpa

Göttingen. Hier würden sie jenseits der Hörsäle die zuvor erlernten wissenschaftlichen Methoden in der Praxis anwenden – seien es Messungen, Kartierungen oder Gesteinsbestimmungen.Hinzu komme die Aneignung „von „interkultureller Kompetenz“ bei Fahrten ins Ausland.

Diese sei ebenso wichtig und nicht zu unterschätzen, sagt Dittrich. Eine bestimmte Anzahl an Exkursionstagen muss jeder angehende Wissenschaftler bis zum Studienende nachweisen. So sei es in den Studienplänen vorgeschrieben.

Die Nachfrage vor allem nach Fernexkursionen – Ziele sind hier oft Indonesien, Indien, Lateinamerika oder eben Nepal – sei an seinen Institut, an dem auch der bei dem Erdbeben im Himalaya getötete Geograf Matthias Kuhle lehrte und forschte, entsprechend groß.

Dittrich betont, dass niemand „unbedarft“ auf diese Fahrten gehe. „Wir gehen nur in Gebiete, in denen wir uns auskennen.“ Ist die Gruppe größer als 15 Personen, sind zwei Exkursionsleiter vorgeschrieben. Kuhle habe sich bei seiner Fahrt auf „sehr, sehr erfahrene“ Sherpas und „hochqualifizierte“ Mitarbeiter verlassen.

Vor jeder Exkursion, so erläutert Dittrich weiter, stünden Vorbereitungskurse auf dem Programm der Teilnehmer. Ihre körperliche Fitness werde ebenso beurteilt wie die privat zu stellende Ausrüstung. Die Überprüfung aller erforderlichen Impfungen und auch ein ausreichender Versicherungsschutz werde vor Fahrtantritt bei jedem Teilnehmer geprüft.

Schon seit einiger Zeit erarbeite die Universität, verbindliche, für alle Fakultäten geltende Leitlinien für Exkursionen. Darin sollen Dinge zum Versicherungsschutz oder die Anzahl der vorgeschriebenen Übungsleiter festgelegt werden.

Auch in den Fakultäten für Agrarwissenschaften, für Biologie und Psychologie, für Forstwissenschaften und Waldökologie sowie der philosophischen und theologische Fakultät werden nach Auskunft von Universitätssprecher Romas Bielke „mehr oder weniger regelmäßig“ Reisen ins In- und Ausland angeboten. Das Geographisches Institut plant im kommenden Jahr Exkursionen nach Vietnam und an die Nord- und Ostseeküste.

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