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Nach der Taufe drohen Abschiebung und Tod Ungläubige Christen

Kommentar

Ungläubige Christen

Einst wurde mit Feuer und Schwert bekehrt. Missionare setzten ihr Leben ein, die Botschaft der Bibel zu verbreiten. Heute wird mit missionarischem Eifer ein Kreuzzug gegen alle geführt, die im christlichen Abendland eine neue Heimat suchen. Ungläubig schauen Christen darauf, dass ein Moslem sich bekehren lassen könnte – und wittern einen Trick dahinter.

Überzeugte Christin oder verkappte Muslima? Nach der Taufe droht Mahtaj Ramazani die Abschiebung in den Iran.

© Gückel

Gewiss: Die Gleichung Taufenlassen=Asyl kann man nicht akzeptieren. Doch wer könnte die Ernsthaftigkeit eines Glaubensbekenntnisses besser beurteilen, als ein Seelsorger, der seine Gemeinde kennt? Wir beklagen zunehmend Fundamentalismus im Islam und sind stolz auf unseren Liberalismus. Die Abschottung unserer Gesellschaft selbst gegen jene, die sich bis hin zum Glaubensbekenntnis integrieren, ist auch eine Form von Fundamentalismus.

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Beweggründe für Abkehr

Kurz vor dem „Vater unser“ beginnt das Publikum zu murren: „peinlich“ oder „entwürdigend“ grummeln die zahlreichen Zuhörer der Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht. Gerade hat Richterin Christiane Habermann die Klägerin gefragt, was sie denn so bete, und die hat geantwortet: „...unser täglich Brot gibt uns heute.“ Das vollständige Gebet als Glaubensbeweis aufzusagen, bleibt der 44 Jahre alten Asylbewerberin Mahtaj Ramazani dann doch erspart.

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