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Nachfrage nach kleinem Waffenschein steigt

Seit Beginn des Jahres schon 16 Anträge in Göttingen Nachfrage nach kleinem Waffenschein steigt

Terrorangriffe, sexuelle Übergriffe in der Kölner Silvesternacht: die aktuelle politische Lage führt offenbar zu einer deutlich höheren Nachfrage nach Selbstverteidigungsmitteln.

Die Zahl der Anträge auf den kleinen Waffenschein steigt jedenfalls in vielen Kommunen – auch in Göttingen.
Das bestätigt Verwaltungssprecher Detlef Johannson auf Anfrage. „Wir haben 2016 bereits fünf kleine Waffenscheine ausgestellt. Im Jahr 2015 waren es insgesamt 26“, sagt Johannson. Gegenwärtig lägen aber bereits 20 weitere Anträge zur Bearbeitung vor, davon 16 aus dem Jahr 2016. 2014 wurde die Lizenz in Göttingen nur 14-mal, 2013 22-mal ausgestellt.
Kürzlich hatte auch der Göttinger Waffenhändler Jens Hüsing über eine gestiegene Nachfrage nach Selbstverteidigungsmitteln berichtet. „Unsere Kunden fragen verstärkt nach Dingen zur Selbstverteidigung wie Pfefferspray“, sagte der Inhaber von Waffen Hüsing an der Groner Straße. Viele Kunden fühlten sich offenbar nicht sicher.
Sogenannte Reizstoffsprühgeräte, umgangssprachlich häufig als Pfefferspray bezeichnet, dürfen ohne kleinen Waffenschein mitgeführt werden – entscheidend ist hier das Siegel der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), die zugelassenen Sprays sind mit dem Siegel „PTBr“ gekennzeichnet.
Bei sogenannten Schreckschuss,- Reizgas- und Signalwaffen sieht das anders aus. Diese müssen zwar auch das Siegel der Bundesanstalt tragen, dürfen aber nur von Volljährigen gekauft werden. Wer die Waffen in der Öffentlichkeit trägt, braucht den kleinen Waffenschein, sonst liegt eine Straftat vor. Dieser muss bei der örtlichen Waffenbehörde, in Göttingen also bei der Stadtverwaltung, beantragt werden und kostet 50 Euro.
Angefordert werde in einem solchen Fall das große Führungszeugnis und eine Auskunft aus dem staatsanwaltschaftlichen Verfahrensregister, erklärt Johannson. „Außerdem wird bei der Polizei nachgefragt, ob dort aktuelle Ermittlungen laufen beziehungsweise Erkenntnisse vorliegen, die die waffenrechtliche Zuverlässigkeit in Frage stellen.“ Die Waffen selbst werden nicht registriert. afu

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