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Nachhilfe für Northeims Bürgermeister

Entscheidung im Stadtrat Nachhilfe für Northeims Bürgermeister

Im Northeimer Rathaus erleidet Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser gerade Schiffbruch. Wie die „Northeimer Neuesten Nachrichten“ berichteten, hat der Rat der Stadt in vertraulicher Sitzung einstimmig beschlossen, dem Verwaltungschef ein paar Führungsseminare aufzudrücken - als letzte Möglichkeit.

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Der parteilose Bürgermeister von Northeim, Hans-Erich Tannhäuser (Archivbild)

Quelle: Archiv

Northeim/Hannover. Dem Zeitungsbericht zufolge haben bereits 17 der 250 Mitarbeiter starken Stadtverwaltung Hilfe beim Betriebsarzt gesucht. Mobbing und Einschüchterungsversuche werden dem 56-jährigen Ingenieur vorgehalten, der sich „wegen des laufenden Verfahrens“ nicht zu der Sache äußern wollte. Wie auch der Vorsitzende des Personalrates nicht, der wegen der internen Konflikte mehrfach beim Bürgermeister vorstellig geworden war.

Auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzung beschloss der Rat einstimmig, gegen den Bürgermeister ein Disziplinarverfahren einzuleiten. Wenn das nicht gehe, dann eine Rüge. Und wenn alles nicht helfe, ihn zu Kursen in Personalführung anzuleiten. „Der führt seine Verwaltung wie ein kleines Ingenieurbüro – aber als König von Northeim“, hieß es.

Das Innenministerium hielt sich mit einer Stellungnahme zurück und verwies auf den Landkreis als Aufsichtsbehörde. Der wartet nach Angaben eines Sprechers auf eine Eingabe zum Thema. Dass vieles mit und in der Stadt Northeim nicht richtig rundlaufe, merke man auch im Kreistag, meint der Kreis- und Landtagsabgeordnete Uwe Schwarz (SPD). „Das ist aber auch ein systemisches Problem: Bei uns kann jeder Bürgermeister werden, dabei sollte man schon ein wenig Verwaltungserfahrung haben.“

Der parteilose Tannhäuser war 2013 zum Bürgermeister gewählt worden, gestützt von der FDP und unabhängigen Wählerinitiativen.

Von Michael B. Berger und Matthias Brunnert

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