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Nachwuchsköche treten bei Jugendmeisterschaften in Göttingen an

Thema des Tages Nachwuchsköche treten bei Jugendmeisterschaften in Göttingen an

80 Nachwuchsgastronomen treten bei den Niedersächsischen Jugendmeisterschaften in Göttingen an. Die Auszubildenden aus 20 Landkreisen kämpfen in vier Disziplinen um die Titel – als Koch, Restaurant- und Hotelfachmann sowie Systemgastronom. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zeichnet die Landesmeister am Freitag, 24. April, aus.

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Kreismeister am Herd: Louis Kretschmar wird von Juror Michael Sauerland beobachtet.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Das Rotweinglas ist das Richtglas: „Schauen Sie mal, das Messer des Hauptgangs muss schnurgerade darunter liegen.“ Den Augen von Friedrich Momann entgeht nichts. Der Mann ist Jury-Mitglied der Landesmeisterschaften und begutachtet die zehn Tische, die die angehenden Restaurantfachleute im Hotel Freizeit In decken. „Wenn Sie in die Hocke gehen und die drei Gläser anschauen, dann müssen sie so exakt in Reihe stehen, dass die drei Stiele aussehen, als wären sie einer.“ Beim Tisch von Franziska Ständer, Auszubildende im Göttinger Restaurant Gaudi, ist das der Fall. „Gestern war ich noch so nervös, dass ich meinen Chef gefragt habe, ob ich zwei Stunden arbeiten darf“, sagt die junge Frau. Kein Wunder, sie ist für Kreismeister Fabian Loepthien (Bar Esprit) eingesprungen, der sich die Hand gebrochen hat – das Aus für den Wettkampf. Heute ist Ständer aber viel ruhiger, sie bittet die fünfköpfige Jury an ihren Tisch. Ständer hat eine Überraschung parat: Trockeneis, das ihre Winterdekoration in Nebel hüllt. Das Motto des Wettbewerbs lautet ja schließlich „Die vier Jahreszeiten“. Ein festlich gedeckter Tisch, exzellenter Service und ein elegantes Vier-Gänge-Menü: So geht gehobene Gastronomie.

Für das Menü stehen die Köche in den Berufsbildenden Schulen am Ritterplan am Herd. In akkurater Reihe liegen die Rhabarberstücke auf dem Brett von Louis Kretschmar. Mit flinken Bewegungen schneidet er die Stangen in gleich große Stücke. Das Roastbeef nebst Thymian ist bereits für die Sous-vide-Garung im Beutel verstaut, die Suppe köchelt vor sich hin. Kretschmar ist amtierender Kreismeister in Göttingen und Auszubildender im Restaurant Gauß. Seine „Kraftbrühe vom Huhn“ wird eine besondere Herausforderung für die Servicekräfte: Ein gelierter Suppentaler wird erst am Tisch mit heißer Flüssigkeit zur Suppe aufgegossen. Michael Sauerland, Prüfer aus Walsrode, beobachtet, wie die Köche agieren. „Sauberkeit, Technik – all das spielt am Platz eine Rolle“, sagt er.

Kretschmar gegenüber kocht Lukas Oelze aus Bad Harzburg. Oelze lässt es ruhiger angehen. Sein schriftlicher Ablaufplan, der an der Wand hängt, umfasst eine knappe Seite. Die von Kretschmar ist drei Seiten lang. Die Jury hat im Blick, ob der Ablauf auch zeitlich penibel eingehalten wird. „Wenn der schriftliche Arbeitsablauf gut ist, dann bin ich schon mal begeistert“, sagt Martin Haß, Ausbilder in den BBS Göttingen. Auch die Menüs müssen vor dem Wettkampf eingereicht werden. „Wenn ich das Menü lese, dann kann ich mir den Teller schon ganz gut vorstellen“, sagt Organisator Klaus Abraham von den BBS. Und weiter: „Bei einigen dachte ich, Mannomann, da sind schon ein paar aufwändige Sachen dabei.“ Am Ende aber zählt das Gesamtergebnis, in jeder Disziplin sind 100 Punkte möglich. „Wer in der Theorie nur 60 geschafft hat, kann das kaum wieder wett kochen“, sagt Abraham.

Schon am Morgen, bevor die Nachwuchsköche auf ihrem Posten die Messer schwingen, steht der theoretische Wettkampf auf dem Programm. Darunter auch ein Warenkunde-Test. Wer Erbsenpulver, Berberitzen und Szechuan-Pfeffer nicht erkennt, bekommt Punktabzüge. „Die Antwort Pfeffer allein reicht da nicht aus“, sagt Haß. Das sei schon nicht ganz leicht, gibt der Profi zu. 

Team Göttingen
  •  Restaurantfachfrau: Franziska Ständer, Restaurant Gaudi, Göttingen
  •  Hotelfachfrau: Lisa Brosinger, Hotel Gebhards, Göttingen
  •  Koch: Louis Kretschmar, Restaurant Gauß am Theater, Göttingen
  •  Fachfrau Systemgastronomie: Susanne Imm, Burger King Göttingen
 
Die Meisterschaften
Die besten Nachwuchs-Gastronomen aus 20 Berufsbildenden Schulen im Land treten in Göttingen zum Landeswettbewerb an. Die Teams bestehen aus vier Nachwuchstalenten – je einem angehenden Restaurantfachmann, einem Hotelfachmann, einem Systemgastronomen und einem Koch.  Alle Auszubildenden sind im dritten Lehrjahr und nicht älter als 25 Jahre. Sie haben sich bei den Kreiswettbewerben für den Landeswettkampf qualifiziert.  Den Wettbewerb organisiert seit rund 30 Jahren der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). In den Jahren 2015 bis 2017 wird er in den Berufsbildenden Schulen am Ritterplan in Göttingen ausgetragen. Partner ist das Hotel Freizeit In, dort finden Teile der Prüfungen und die Siegerehrung statt. Die Gewinner werden dort am Freitag, 24. April, von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) ausgezeichnet. bib
 
Die Aufgaben

Foto: Hinzmann

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