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Nazi-Gegner wollen Kundgebungsplatz besetzen

NPD-Wahlkundgebung in Göttingen Nazi-Gegner wollen Kundgebungsplatz besetzen

Um eine Wahlkampfkundgebung der rechtsextremen NPD am Sonnabend in Göttingen zu verhindern, wollen Nazi-Gegner den dafür vorgesehenen Platz besetzen. "Eine Sitzblockade gehört aus unserer Sicht zu den demokratischen und friedlichen Mitteln in der politischen Auseinandersetzung", erklärte das Duderstädter Bündnis gegen Rechts.

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Die NPD will am Sonnabend in Göttingen demonstrieren.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Da davon auszugehen sei, dass die Polizei frühzeitig den Platz absperre, "wollen wir noch frühzeitiger da sein". Damit die Anreise zu der Blockade nicht am frühen Sonnabendmorgen erfolgen müsse, sei mit dem Göttinger Bündnis gegen Rechts und anderen Initiativen verabredet worden, dass bereits am Freitagabend Zelte auf dem Bahnhofsvorplatz aufgebaut werden: "Ziel ist, den gesamten Vorplatz mit Zelten zu belegen und gemeinsam dort zu übernachten." Für Freitagabend haben die Bürgerbündnisse auf dem Platz auch ein Rock-Festival gegen Rechts geplant.

Die NPD hat für Sonnabend ab elf Uhr eine dreistündige Kundgebung auf dem Platz vor dem Göttinger Bahnhof angemeldet. Zuletzt hatten Rechtsextremisten am 31. Juli in der Universitätsstadt demonstriert, rund 700 Menschen protestierten gegen die Veranstaltung.

So reagiert die Polizei

Göttingen. Polizeipräsident Uwe Lührig hat vor den bevorstehenden Kundgebungen an alle friedlichen Versammlungsteilnehmer appelliert, sich "von aggressiv und strafbar Handelnden deutlich zu distanzieren".  Lührig setzt auf "ein hohes Maß an Deeskalation von allen Beteiligten" und verspricht, dass sich die Polizei "im hohen Maße kooperativ und damit versammlungsfreundlich" zeigen werde. Dazu werden Konfliktmanager eingesetzt und es werde via Facebook einen "Dialog auf Augenhöhe" geben.

Unter anderem soll das geschehen, indem die Einsatzleitung über Lautsprecherwagen die Demonstrationsteilnehmer über bevorstehende polizeiliche Maßnahmen informiert und bestimmte Vorgänge erklärt. Das teilt die Polizeiinspektion in einer Presseerklärung ergänzend mit. Bei der jüngsten Demo am Albaniplatz hatte der überfallartige Einsatz einer Festnahmeeinheit mitten in die friedliche Versammlung zur Eskalation und zu Übergriffen auf Polizisten beigetragen. Der Hintergrund, die beabsichtigte Festnahme eines Straftäters, war den friedlichen Demonstranten zuvor nicht angekündigt worden. Auch diesmal werde die Polizei gegen potenzielle Störer entschossen vorgehen und Straftaten konsequent unterbinden, kündigt der Polizeipräsident an.

Die Polizei werde überdies sechs Konfliktmanager, vier Pressesprecher und einen Polizeiseelsorger einsetzen. Via Facebook werde über die polizeiliche Lage fortwährend informiert, verspricht Einsatzleiter Rainer Nolte. Auch wer nicht bei Facebook ist, kann sich auf der Seite facebook.com/pdgoettingen.aktuell informieren.

Die Polizei warnt zudem vor Verkehrsbehinderungen am Sonnabendvormittag: Sämtliche Parkflächen am östlichen Bahnhofsvorplatz sind ab 7 Uhr gesperrt. Auch Taxiverkehr findet hier nicht statt. Verwiesen wird auf den Taxistand vor der Hauptpost. Wegen zusätzlicher Personenkontrollen werde es auch im Bahnhof zu möglichen Zeitverzögerungen für Reisende kommen. Diese sollen sich deshalb rechtzeitig auf Behinderungen einstellen. Die Berliner Straße wird am Sonnabend ab 10 Uhr zwischen Groner Tor und Godehardstraße in beide Richtungen voll gesperrt. Polizei wird den Umleitungsverkehr regeln. Dennoch werde es zu Behinderungen kommen, warnt die Pressestelle.                                                                                     

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Die Grüne Jugend Göttingen (GJ) und die Ratsfraktion der Antifaschistischen Linke Göttingen (ALG) rufen dazu auf, sich an den Protesten gegen eine für Sonnabend geplante NPD-Kundgebung vor dem Göttinger Bahnhof zu beteiligen. Bereits am Freitag soll es ein Kulturfest des Göttinger Bündnisses gegen Rechts geben.

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