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"Bündnis Goldener Herbst 2.0"

Neonazi-Protest in Göttingen: Bundesweiter Aufruf zu Gegenprotesten "Bündnis Goldener Herbst 2.0"

Sowohl die Göttinger Antifa als auch der so genannte rechtsextreme "Freundeskreis Thüringen / Südniedersachsen" rufen für Sonnabend, 10. September, zu Demonstrationen in Göttingen auf.

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Bisher waren bei Protesten gegen den "Freundeskreis" nur wenige Teilnehmer vermummt.

Quelle: Swen Pförtner

Göttingen. Hintergrund ist ein vom NPD-Unterbezirk Göttingen für diesen Tag angemeldeter Demonstrationszug. Dieser soll nach Angaben der Göttinger Stadtverwaltung vom 18. August vom Schützenplatz als Kundgebungsplatz mit Zwischenkundgebungen auf dem Markt und vor dem Jugendzentrum Innenstadt (Juzi) wieder zum Schützenplatz führen.

Wilke spricht in einem am Freitag veröffentlichten Video auf der Facebook-Seite des "Freundeskreises" von einem Kooperationsgespräch zwischen Verwaltung, Polizei und Anmeldern, das am Freitag "für alle Seiten zufriedenstellend" verlaufen sei. Die Stadtverwaltung und Polizei bestätigten am Freitagnachmittag zwar, dass es das Gespräch gegeben hat. Einzelheiten über Startpunkt, Demoroute oder angemeldete Teilnehmerzahl haben sie aber zu dem Zeitpunkt nicht genannt. Wilke ruft in dem Video dazu auf, "Gesicht auf der Straße zu zeigen". Als Beginn der Demonstration gibt er 11 Uhr an.

Unterdessen ruft ein "Bündnis Goldener Herbst 2.0" im Internet bundesweit dazu auf, den Naziaufmarsch in Göttingen zu verhindern und den ,Freundeskreis' mit einem Knall zurück in die endgültige Bedeutungslosigkeit zu verdammen".  Am 10. September gelte "in Göttingen der antifaschistische Ausnahmezustand – auf allen Ebenen, mit allen Mitteln".  Bereits am Freitag, 9. September, soll es "eine kämpferische Antifa-Vorabenddemo" geben.


Der Name des Bündnis bezieht sich auf den in Antifa-Kreisen als "golden" bezeichneten Oktober 2005. Vor elf Jahre hatte die NPD zuletzt versucht, durch Göttingen zu marschieren. Dabei war es im Göttinger Stadtgebiet zu Ausschreitungen gekommen. Etwa 1000 Autonome aus dem gesamten Bundesgebiet zündeten nach Polizeiangaben rund 30 Barrikaden an und attackierten Polizei und NPD mit Wurfgeschossen.

Die NPD brach ihren Aufzug ab. Es gab mehrere Verletzte bei Polizei und Demonstranten. Der Schaden wurde mit 130 000 bis 150 000 Euro angegeben. In einer ersten Reaktion hatte Göttingens Polizeipräsident Hans Wargel damals erklärt, man habe Militanz und Anzahl der Autonomen unterschätzt. Insgesamt nahmen 6000 Menschen an der Gegendemonstration teil.

Der "Freundeskreis" hatte bereits am Donnerstag alle weiteren in Göttingen geplanten "Mahnwachen" abgesagt. Zunächst waren diese für Freitag und für den 2. und 9. September angemeldet.

DGB-Regionsgeschäftsführer Lothar Hanisch wertete die Absage als "großen Erfolg für das Göttinger Bündnis gegen Rechts." Und die Grüne Jugend kommentierte: "Dieser krasse Rückzieher der Nazis ist das Eingeständnis ihrer Niederlage und ein Riesenerfolg für das Bündnis gegen Rechts. Rassismus und Nationalismus haben in Göttingen keinen Platz. Entschlossener Protest wirkt – das hat sich wieder einmal gezeigt." Für die angemeldete NPD-Demo am 10. September gelte es nun, die Kräfte zu bündeln und den letzten Aufmarsch-Versuch der NPD vor der Kommunalwahl entschlossen zu verhindern.

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