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Neubau am Kiessee-Carré empört Nachbarn

Balkone dürfen nicht auf den Fußweg reichen Neubau am Kiessee-Carré empört Nachbarn

Eine Baustillegung hat die Stadt Göttingen Über den Bühwiesen 1b im Kiessee-Carré veranlasst. Das teilte die Verwaltung im Ortsrat Geismar mit.

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Quelle: Hinzmann (Symbolfoto)

Göttingen. Der Grund: Das Mehrfamilienhaus, das über acht oder neun Wohnungen verfügen wird, entspreche in der vom Bauträger vorgesehenen Form nicht den Vorgaben des Bebauungsplans. Die Traufhöhe werde überschritten, Grenzabstände würden nicht eingehalten.

So reichten die Balkone unmittelbar an den Fußweg. Anwohner empörten sich während der Sitzung über das „sehr massive“ Bauwerk. Auch der Ortsrat fühlt sich falsch informiert. Er hatte seinerzeit dem Bau eines zwei- oder dreigeschossigen Mehrfamilienhauses zugestimmt. Nun entstehen auf dem Grundstück zwei Gebäude mit insgesamt 19 Wohnungen. Aufgrund vollausgebauter Kellergeschosse werden sie am Ende wohl de facto vierstöckig sein, hieß es während der Sitzung.

Die Verwaltung räumte ein, dass sie seinerzeit in der Vorlage tatsächlich nur von einem Gebäude gesprochen hätte. Das sei „unpräzise“ formuliert gewesen, da der Bebauungsplan zwei Gebäude zulasse. Die Stadt hätte die Pläne für das Haus 1b im Vorfeld nicht geprüft, weil es nur bauanzeigepflichtig sei.

Neubau-Projekt sorgt für Unruhe

Erst auf ihr Drängen sei die Stadt aktiv geworden, erklärten Anwohner. Ein Paar, das eine der Wohnungen im Neubau gekauft hat, schaltete sogar einen Rechtsanwalt ein. Sie fürchten im Nachhinein als Eigentümer für die Fehler des Bauträgers in die Verantwortung genommen zu werden.

Auch auf den Zietenterrassen sorgt ein Neubau-Projekt für Unruhe. In der Bettina-von-Arnim-Straße sollten, so hieß es während der Planungsphase, kleinteilige, bis zu viergeschossige Gebäude entstehen. Nun werde ein durchgehend viergeschossiger Riegel von vier großen und sechs kleineren Wohnblocks mit insgesamt gut 130 Wohnungen errichtet. Alles sei zulässig, betont die Verwaltung.

„Gegen eine verdichtete Bebauung ist grundsätzlich nichts einzuwenden“, erklärte Ortsratsmitglied Friederike Schmidt-Möbus (SPD). Die Zersiedelung der Landschaft sei jedenfalls keine Alternative. Sie fordert die Verwaltung jedoch auf, die Bürger so zu informieren, dass sie auch verstehen, was auf sie zukommt. Nicht jeder könne Baupläne lesen.

Von Michael Caspar

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