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Goethe kommt zum Güterbahnhof

Neubau für Goethe-Institut Goethe kommt zum Güterbahnhof

Die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen (GWG) bereitet den Neubau für das Göttinger Goethe-Institut vor. Die Bildungseinrichtung will das Fridtjof-Nansen-Haus an der Merkelstraße verlassen und in das neue Quartier „Alter Güterbahnhof“ in der Nordstadt ziehen.

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Entwurf für das neue Goethe-Institut in Göttingen, das am Güterbahnhof entstehen soll.

Quelle: R

Göttingen. „In der ersten Dezemberwoche sollen die Ausschreibungen für den Neubau auf den Weg gebracht werden“, sagt Ursula Haufe, Geschäftsführerin der GWG. Sie hofft, im Februar die Aufträge für den Bau vergeben zu können. Baubeginn könnte dann im Frühjahr oder Sommer sein. „Wir beeilen uns so gut wir können“, sagte Haufe.

Bereits im Mai hatten Haufe, Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) und Ulrike Hofmann-Steinmetz, Leiterin des Göttinger Goethe-Instituts, die Pläne, die der GWG-Aufsichtsrat einstimmig verabschiedet hatte, vorgestellt. 6,3 Millionen Euro soll der Neubau kosten, der auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes an der Straße Am Güterverkehrszentrum entstehen soll. Der Entwurf des Göttinger Büros „Arch Concept“ sieht ein vier bis fünfgeschossiges Gebäude mit, nach Haufes Angaben, rund 2500 Quadratmetern Fläche vor. Das Goethe-Institut soll rund die Hälfte der Flächen anmieten, die für Verwaltung und Unterrichtsräume genutzt werden sollen. Schon jetzt nutzt das Institut für die Unterbringung seiner Schüler, Gästezimmer im neu gebauten, nahe gelegenen Bartholomäusbogen.

Jetziger Standort „stark renovierungsbedürftig“

Bereits im Februar 2015 hatte Hofmann-Steinmetz bemängelt, dass der jetzige Institutsstandort im Fridtjof-Nansen-Haus nicht mehr den Ansprüchen genüge und die Villa, die sich im Besitz der Stadt befindet, „stark renovierungsbedürftig“ sei. Ursprünglich wollte das Goethe-Institut die ehemalige Voigtschule für 400000 Euro von der Stadt kaufen, machte dann aber im September 2015, nachdem der Rat bereits grünes Licht für einen Verkauf gegeben hatte, einen Rückzieher. Die Kosten für einen entsprechenden Umbau wären zu hoch ausgefallen, so die Begründung. „Wichtig ist, dass das Goethe-Institut seine erfolgreiche Arbeit in unserer Stadt fortsetzen kann. Wir werden alles tun, um den richtigen Standort für das Institut in Göttingen zu finden“, hatte Köhler damals gesagt.

Goethe-Institut wichtig für Göttingen

Haufe und Hofmann-Steinmetz glauben an das neue Quartier in der Nordstadt. Der Bereich Güterbahnhofstraße entwickele sich zu einem urbanen Standort mit weiterem Entwicklungspotenzial. Der geplante Neubau sei ein Zeichen dafür, wie wichtig das Goethe-Institut für Göttingen sei, sagte Köhler im Mai.

Stadtverwaltung bereitet Verkauf vor

Unterdessen bereitet die Stadtverwaltung den Verkauf des Fridtjof-Nansen-Hauses vor. Derzeit werde ein Verkaufsexposé erstellt, das dann öffentlich zugänglich sein wird, sagt Verwaltungssprecher Detlef Johannson. Zudem lasse die Verwaltung gegenwärtig ein Verkehrswertgutachten für das Gebäude erstellen. „Darin wird natürlich auf den Zustand des Gebäudes Bezug genommen und auf das geltende Planungsrecht.“ Die weitere Nutzung könnte sich etwa auf die Segmente der Seminar-, Tagungs- und Veranstaltungsdienstleistung mit Übernachtungsmöglichkeit konzentrieren. „Andere Nutzungen müssten und können geprüft werden“, sagt Johannson. „Wir gehen derzeit davon aus, dass der Anteil der Wohnnutzung überwiegen sollte.“

Fridtjof-Nansen-Haus
Das Fridtjof-Nansen-Haus an der Merkelstraße 4 ist 1899 bis 1900 für den Göttinger Tuchmacher Ferdinand Levin als repräsentativer Familiensitz samt Kutsch- und Gärtnerhaus und Park gebaut worden. In den 1930er-Jahre kaufte die Stadt Göttingen die Villa und vermietete einzelne Gebäude und Wohnungen an Professoren wie etwa den Nobelpreisträger James Franck. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Villa Luftschutzzentrale. NSDAP-Kreisleiter Thomas Gengler gestaltete Garten und Haus zu einem Gefechtsstand um, floh aber nach Kriegsende vor den eintreffenden Amerikanern. Ende der 40er-Jahre begann mit dem Einzug der vom norwegischen Pastor Olav Brennhovd gegründeten „Gesellschaft für internationale Studentenfreunde“ die Tradition der bisherigen Levinschen Villa als Ort der Völkerverständigung und wurde nach dem Polarforscher Fridtjof Nansen benannt. Ein großer Anbau entstand. Der gesamte Komplex wurde internationales Studentenwohnheim und kulturelles Zentrum. Seit den frühen 1970er-Jahren ist die denkmalgeschützte Villa Sitz des Goethe-Instituts. mib
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