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Neubauten der Uniklinik Göttingen: Baubeginn 2016

Thema des Tages Neubauten der Uniklinik Göttingen: Baubeginn 2016

Es ist das größte Bauprojekt Südniedersachsens für die nächsten Jahre: Die Neubauten für die Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Lange wurde geplant, im nächsten Jahr soll nun das neue Bettenhaus als ein erster Schritt entstehen. Weitere Bauprojekte der UMG laufen zur Zeit wie geplant.

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Quelle: GT

Göttingen. Die Broschüre für die Mitarbeiter ist fertig, der Bau des Bettenhauses steht kurz bevor: Er ist Bestandteil des  so genannten Generalentwickungsplans für die Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Bis etwa ins Jahr 2025 umfasst der Plan ein Bauvolumen von rund 800 Millionen Euro. Der erste Bauabschnitt beinhaltet zunächst einen Bettenhausneubau (Bauabschnitt 1a) und dann einen neues Operationstrakt (Abschnitt 1b).

 
„Der Baubeginn des ersten Abschnitts ist für das Jahr 2016 geplant“, sagt UMG-Finanz-Vorstand Dr. Sebastian Freytag.  Der zweite Abschnitt soll „überlappend“, also etwa um eineinhalb Jahre zeitversetzt erfolgen. „Wir wollen den OP-Rohbau stehen haben, bevor das Bettenhaus mit Patienten bezogen wird“, so der Vorstand.

 
Die Planungen für die Neubauten reichen zurück bis ins Jahr 2001. „Damals war noch unklar, ob man die UMG-Gebäude sanieren kann“, so Freytag. Schnell wurde allerdings deutlich: Die Operationssäle sind nicht sanierungsfähig. Erste Planungen für einen Neubau, damals noch über dem Ententeich, wurden vorgestellt. 2007 stand dann fest: „Das macht keinen Sinn“, so Freytag.

 
Der aktuelle Generalentwicklungsplan (GEP) wurde vor fünf Jahren fertiggestellt. Darin enthalten sind drei Teile. Zum einen der Krankenhausneubau. „Da kann ich mit Fug und Recht sagen, das ist für uns existenziell“, so Freytag. Inhalt ist zweitens: Das UBFT-Gebäude (Untersuchung-Behandlung-Forschung-Therapie) bleibt als Gebäude, überwiegend  für Forschung und Lehre erhalten. Und drittens gibt es ein „Migrationskonzept“ im Plan, das regelt, wer wann von wo nach wo zieht.

 

Erster Bauabschnitt in zwei Stufen

 
2011 wurde dann vom Landesministerium geprüft, ob sich der Bauabschnitt 1 ins zwei Baustufen aufteilen lässt. „Die Prüfung ergab, dass das gut möglich ist“, so Freytag. 2014 hat das Land die so genannte Baubedarfsanmeldung für den Neubau genehmigt. Nun geht es los:  „Derzeit liegt die Bau-Vorentwurfsplanung vor. Die detaillierte Bauentwurfsplanung wird von der UMG jetzt eingereicht und hoffentlich bis Anfang des kommenden Jahres vom Land genehmigt“, so Freytag. Fest steht bereits, wie groß das Gebäude wird (53000 Quadratmeter Fläche) oder welche Räume es gibt – insgesamt Platz für mehr als 600 Betten. Das Gebäude umfasst auf acht Ebenen unter anderem Intensivstationen, drei Ebenen mit Zimmern für Normal-Stationen für die Kardiologie, die Chirurgie und die Neurologie. Auf dem Dach wird der Hubschrauber-Landeplatz eingerichtet. Rund 138 Millionen Euro kostet dieses Projekt.

 
Der zweite Bauabschnitt, mit OP-Trakt, ist mit 80 Millionen Euro veranschlagt. Der Bau soll rund 20 000 Quadratmeter groß werden. Wie der Finanzvorstand erklärt, habe man auf dem Gelände ein „extrem schwieriges Planungsfeld“. Bohrungen, neue Leitungen, dazu Karten, „die vorne und hinten nicht stimmen“. Freytag: „Und das sind noch die kleinsten Probleme.“

Sebastian Freytag

Sebastian Freytag

Quelle:

 

„Am Ende deutlich bessere Bedingungen“

 
Wenn alles glatt läuft und 2016 der Bau für das neue Bettenhaus und 2018 der für den OP-Trakt beginnt, wird das eine der größten Baustellen der Stadt. Freytag spricht von der Universitätsmedizin als einer „großartigen Einrichtung“. Das Haus sei als größter Arbeitgeber „ganz, ganz wichtig“ für die Region. Er hofft darauf, dass sich die Göttinger klar für ihre UMG aussprechen, auch „wenn man mal eine Weile über Schlaglöcher fahren muss“.

 
„Der Entwicklungsplan erreicht zur Zeit eine Dynamik, die unsere Mitarbeiter bereits begeistert.“ Es sei schließlich kein Zufall, dass sich Leibnitzpreisträger wie Tobias Moser oder der Nobelpreisträger Stefan Hell für die Arbeit in Göttingen und nicht in Harvard entscheiden. „Die Baumaßnahmen führen zwar zunächst auch zu Einschränkungen, am Ende aber werden sich die Bedingungen deutlich verbessern“, so der Finanzvorstand. Denn: „Beton steht hier für Inhalte.“
Wenn im Jahr 2019/20 das Bettenhaus steht, wird das alte Bettenhaus 1 abgerissen. Eineinhalb Jahre später soll der OP-Trakt stehen. Das alte Bettenhaus macht dann Platz für einen zweiten und dritten Bauabschnitt mit Möglichkeiten für ein weiteres Bettenhaus, einer Kinderklinik oder andere Einrichtungen, die die weitere demografische und medizinische Entwicklung erfordert.

Es ist das größte Bauprojekt Südniedersachsens für die nächsten Jahre: Die Neubauten für die Universitätsmedizin Göttingen (UMG). © Hinzmann

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Der Rohbau steht

Noch kein Jahr ist es her, das wurde der Grundstein für den 27,5-Millionen-Euro-Neubau an der Von-Siebold-Straße gelegt. Jetzt steht der Bau, im Februar nächsten Jahres sollen die Wissenschaftler einziehen. Auf der Baustelle geht es kräftig voran. Das, was hier gebaut wird, hat einen Namen, den sich niemand merken kann: Das Institute for biostructural Imaging of Neurodegeneration (Bin) und das Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). In dem Forschungszentrum werden künftig Wissenschaftler der UMG (im Bin) gemeinsam mit Wissenschaftlern der Bundeseinrichtung DZNE Demenzforschung betreiben.

 
„Wir sind jetzt mitten in den Trockenbauarbeiten“, erklärt Henry Schulze, Bauleiter der Firma PBR. Der Rohbau steht, Klinker sind bereits an der Fassade, Fenster eingesetzt. Die Bauarbeiter auf dem Außengelände sind mit Kanalbauarbeiten beschäftigt, Lastwagen kippen Kies auf den Hof.

 
Das Gebäude hat in der Mitte ein gemeinsames Treppenhaus. „Rechts zieht das DZNE ein, links das Bin“, sagt Projektleiter Roland Caspari. Innen ist bereits zu erkennen, auf welcher Flurseite einmal die Labore und auf welcher die Büros eingerichtet werden. „Wir wollten kurze Wege haben, deshalb liegen sie direkt gegenüber“, so Caspari. Die gewaltigen Schächte für die Versorgungsleitungen sind noch leer. Sie führen vom Keller bis zu Dachgeschoss. Dort werden später die technischen Anlagen stehen. Im Keller wird Platz für Tierhaltung sein. Und dort ist auch eine große pool-artige Vertiefung mit einem 70-Zentimeter-Stahlbetonfundament. „Absolut schwingungsfrei“, so Finanzvorstand Sebastian Freytag. Dort wird später einmal ein großes Massenspektrometer für die Forscher stehen.

 

Kanalbau fast beendet

 Eine weitere Großbaustelle der UMG ist der Kanalbau. „Die Arbeiten sind fast fertig“, sagt UMG-Pressesprecher Stefan Weller. Der Durchstoß für den Risenkanal, der von der Baustelle auf dem Gelände des Klinikums bis zum Grünen Weg führt, sei durchbrochen. Der Entwässerungskanal ist im Juni oder Juli fertig. Die Kosten betragen gut 14 Millionen Euro.

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