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Neue Funde auf dem Stiftsplatz in Nörten-Hardenberg

Geschichte pur Neue Funde auf dem Stiftsplatz in Nörten-Hardenberg

Geschichte pur kommt hier zutage. Mächtige Sandsteine stechen auf der großen Baustelle Stiftsplatz heraus. Sie bildeten den Sockel einer Wand der Vorgängerkirche von St. Martini. Vor einer Woche kamen bei Arbeiten an der Kanalisation erste Hinweise zum Vorschein. Die Kreisarchäologie hat die Grabungsarbeiten in Nörten an die Firma Streichardt & Wedekind Archäologie aus Göttingen vergeben.

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Stiftsplatz in Nörten: Jan Klauke legt alte Sandsteinmauern frei.

Quelle: Hinzmann

Nörten-Hardenberg. Die Kreisarchäologie ist immer dabei bei der Umgestaltung des Stiftsplatzes in Nörten.

Denn ein Suchschnitt vor einem Jahr hatte gezeigt: Nur 35 Zentimeter unter der Asphaltdecke liegen Fundamentteile der fast 1000 Jahre alten Vorgängerkirche. Immer, wenn sich jetzt Unerwartetes zeigt, wird die Kreisarchäologie eingeschaltet. Nun sind Sandsteine aus alten Zeiten freigelegt worden. Sie werden erfasst und anschließend wieder sorgsam abgedeckt. Die Denkmalsubstanz bleibt so erhalten.

Der nun freigelegte Sockel stammt von einem Längsschiff, das im frühen 18. Jahrhundert angebaut wurde. Frank Wedekind von der Grabungsfirma zeigt, dass das Mauerwerk zweischalig gebaut war. Gefüllt wurde es mit Bruchstein in Kalk-Sand-Mörtel. Auch wo ein Seitenschiff angebaut war, ist zu sehen.

Fund weist auf frühe Besiedlung hin

Wedekind zeigt außerdem gemauerte Steine, die in den Graben für die Bauarbeiten ragen. Sie bildeten ein Turmfundament, glaubt er. Hier sei die Datierung noch nicht ganz sicher, vermutlich stammt es aus dem 17. Jahrhundert.

Beim Großbrand 1626 sei auch die Kirche stark zerstört worden. Bis mit dem Neuaufbau begonnen wurde, habe es zehn Jahre gedauert, sagt Wedekind und beruft sich auf die Ortsgeschichte. 1680 sei der Bau fertig geworden. Fundamente in Richtung der Zufahrt vom Stiftsplatz könnten von der alten Knabenschule stammen.

Dass Nörten schon viel früher besiedelt wurde, darauf deuten Keramikfunde hin. Zwei Zentimeter getöpferten Tons ließen laut Wedekind sogar auf die römische Kaiserzeit schließen. Und vor dem Kirchbau von 1055 habe es wohl schon eine Kirche aus dem achten bis neunten Jahrhundert gegeben.

Funde sollen ausgestellt werden

Fast erschreckend wirken Knochen, die in den Baugraben hineinragen. Es sind Oberschenkelknochen eines Menschen, der dort seine letzte Ruhe fand. Im nahen Umfeld einer Kirche wurden die Toten früher bestattet. Mehrere 100 sind es wohl unterm Stiftsplatz.

Weil die Grabstätten auch übereinander belegt wurden, sei es nicht erstaunlich, dass zwischen den Oberschenkelknochen ein Stück Armknochen zu sehen ist, erläutert Wedekind. Noch heute lägen die Knochen wie im Grab. Deshalb sollen sie dort bleiben.

Mit dem Kirchenvorstand will Pfarrer Andreas Körner beraten, wie und wo andere menschliche Knochenfunde wieder bestattet werden sollen. Um in dem historischen Untergrund nicht mehr zu zerstören als nötig, hat Architekt Jan Mocha die Pläne bereits abgewandelt.

Auf Infotafeln auf dem Stiftsplatz sollen die Bürger nach der Umgestaltung näheres zur Historie erfahren. Nörtens Bürgermeisterin Astrid Klinkert-Kittel (parteilos) regte an, dass die Funde im Heimathaus ausgestellt werden.

Nur 35 Zentimeter unter der Asphaltdecke liegen Fundamentteile der fast 1000 Jahre alten Vorgängerkirche. © Hinzmann

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Von Ute Lawrenz

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Auf diesen Steinen kann man bauen. Sauber und glatt sieht das Sandsteinpflaster aus. Es ist mehr als 300 Jahre alt. Nur ein paar Spatenstiche unter dem Rasen waren die schmucken Platten auf dem Stiftsplatz verborgen. Die Grabungsfirma Streichardt und Wedekind Archäologie hat sie jetzt zu Tage gebracht.

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