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Neue Hochsicherheitseinrichtung in Göttingen

Mehr Klinik als Gefängnis Neue Hochsicherheitseinrichtung in Göttingen

Rote Klinker, jede Menge Fenster - auf den ersten Blick wirkt der Neubau am südlichen Stadtrand von Göttingen nicht besonders spektakulär. Nur der aufwändige Zaun rund um das Gelände glässt erahnen, dass hier eines der bestgesicherten Gebäude in Niedersachsen entsteht:

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Rote Klinker, jede Menge Fenster - auf den ersten Blick wirkt der Neubau am südlichen Stadtrand von Göttingen nicht besonders spektakulär.

Quelle: dpa

Göttingen. Für 30 Millionen Euro baut das Land eine Spezialklinik für psychisch kranke Straftäter, die wegen besonderer Gefährlichkeit nicht in anderen Krankenhäusern behandelt werden können.

Nach knapp zweieinhalb Jahren Bauzeit ist das Gebäude nun fast fertig. Ab Januar werden hier bis zu 70 Patienten des Maßregelvollzugszentrums Moringen untergebracht.

Die Planer mussten einen Spagat bewältigen: Der Neubau muss so konstruiert sein, dass es sowohl den besonders hohen Sicherheitsanforderungen als auch den therapeutischen Bedürfnissen einer psychiatrischen Klinik gerecht wird. Die Planer hätten dies gut gelöst, meint Dirk Hesse, Ärztlicher Direktor des Maßregelvollzentrums: „Die Einrichtung ist so gebaut, dass es überall Perspektiven und Lichtblicke gibt. Das unterstützt unser therapeutisches Konzept.“

Die neue Einrichtung ist ein Ersatzbau für das so genannte „Feste Haus“ in Göttingen, in dem bislang besonders zu sichernden Patienten untergebracht sind. Schon in den 1980er Jahren beklagte eine Kommission, dass die dortige Unterbringung der Patienten menschenunwürdig sei. Die neue Klinik bietet nicht nur mehr Platz, sondern endlich auch angemessene Behandlungsmöglichkeiten.

Die psychisch kranken Straftäter wohnen in Einzel- oder Doppelzimmern, je sechs Patienten teilen sich eine Küche und einen Gemeinschaftsraum. „In solchen kleinen Wohneinheiten können wir viel besser therapieren“, sagt Hesse.

Während die Patienten in dem alten festungsähnlichen Bau kaum Bewegungsmöglichkeiten haben, stehen ihnen künftig ein Fitnessraum und eine Turnhalle zur Verfügung. In einem Punkt unterscheidet sich die neue Klinik allerdings nicht vom alten Hochsicherheitsgebäude: Patienten bekommen keinen Einzelausgang.

Von Heidi Niemann

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