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„Neue IGS für Göttingen“ startet im Sommer

Wöchentliche Projekttage „Neue IGS für Göttingen“ startet im Sommer

Ihr vorläufiger Name ist Programm: Eine „Neue IGS für Göttingen“ will die dritte Integrierte Gesamtschule in der Stadt werden. Mit einem Konzept, dass alle guten Elemente der bestehenden Göttinger Schulen aufnimmt, weiter entwickelt und dabei ganz anders und eigenständig wird, erklärt Lars Humrich, Leiter der Planungsgruppe für die neue Schule in Weende.

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Die neue Göttinger IGS in Weende will vor allem die Stärken und Begabungen der Kinder fördern.

Quelle: dpa

Göttingen. Alle Weichen für ihren Start im Sommer zum nächsten Schuljahr sind gestellt – einschließlich Genehmigung durch das Land Niedersachsen. Am Sonnabend stellen die Mitglieder der Planungsgruppe und künftigen Lehrer die neue Schule und ihr Konzept vor.

Seit vielen Jahren müssen die Geschwister-Scholl- und die Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule immer wieder viele Schüler abweisen, weil sie nicht genügend Plätze haben. Nach einer langen Entscheidungsphase hat der Rat der Stadt inzwischen beschlossen, eine dritte IGS einzurichten – mit Zustimmung auch des Landkreises. Sie soll in den Räumen der Voigt-Realschule in Weende von den ersten vier Klassen im Jahrgang Fünf jahrgangsweise wachsen. Die Realschule und die Göttinger Hauptschulen laufen parallel dazu aus.

An der „Neue IGS“ sollen Schüler aus allen Leistungsstufen ihren Weg finden. Für die Schule habe eine Expertengruppe, ein großes städtisches Forum und schließlich die Planungsgruppe ein Konzept entwickelt, dass die verschiedenen altersbedingten Entwicklungsphasen des Kindes stärker als die meisten Schulen in Deutschland berücksichtige, so Humrich. Oberstes Ziel dabei sei, die individuellen Stärken der Kinder und ihre Begabungen zu fördern. „Wenn Kinder an ihren Stärken wachsen, werden die zunächst schwächeren Bereiche  nachziehen“, sagt Humrich.

In den ersten Jahren ab Klasse fünf werde viel gemeinsam gelernt und gearbeitet: in Stamm- und Tischgruppen, unterstützt von intensiver Elternarbeit. Schritt für Schritt könnten die Kinder dann in den höheren Jahrgängen immer individueller arbeiten und lernen: in Lernbüros und mit Hilfe von Selbstlernmodulen. Einen großen Raum nehme praxisnahe Projektarbeiten ein: an wöchentlichen Projekttagen in allen Jahrgängen und mit mehrwöchigen Projekten.
Durchgehend bis Klasse Zehn würden alle Kinder zudem von einem festen Tutorenteam aus zwei Personen begleitet. Bis Ende der achten Klasse gebe es keine Noten, stattdessen Lernentwicklungsberichte und -gespräche. Und wie alle anderen Gesamtschulen ist die „Neue IGS für Göttingen“ eine gebundene Ganztagsschule mit Unterricht auch am Nachmittag. Und mit Mittagessen aus einer eigenen städtischen Produktionsküche in der Schule. Weitere Informationen zum Schulalltag und Konzept gibt es bei verschiedenen Info-Veranstaltungen und unter neue-igs.de.

Vorstellung und Anmeldetermine
Mit einem „Tag der offenen Tür“ an ihrem künftigen Standort in der Theodor-Heuss-Straße 25 stellt sich die „Neue IGS für Göttingen“ vor. Beginn ist am Sonnabend, 25. April, um 10 Uhr. Ab 10.30 Uhr gibt es halbstündlich bis 13 Uhr Vorträge zum Konzept und Führungen. Die Anmeldetermine f ür alle drei Gesamtschulen in der Stadt und für die die IGS Bovenden sind am 17. und 18. Juni, für die Gymnasien am 24. und 25. Juni. us
 
Werbung für „Neue IGS“ irreführend?

Göttingen. Scharfe Kritik übt der Landkreis Göttingen an der Werbekampagne der Stadt und Planungsgruppe für die „Neue Integrierte Gesamtschule“ („Neue IGS“) am Standort Weende. In ihrem Flyer „verspreche“ und „suggeriere“ die Schule interessierten Eltern sie „werde (auf jeden Fall) über eine eigene Oberstufe verfügen“, beklagt Kreisschuldezernent Marcel Riethig (SPD) in einem Brief an Göttingens Schuldezernent Siegfried Lieske (Grüne). Die „Neue IGS“ sei vorerst aber nur als Gesamtschule bis zur Klasse Zehn genehmigt. Eine Oberstufe könne frühestens in vier Jahren beim Land beantragt werden, wenn neben dem Rat der Stadt auch der Kreistag zustimmt. Auch mit Rücksicht auf Schulen mit Oberstufe und auf die IGS-Bovenden ohne diese Möglichkeit sei diese Form der Werbung „nicht hinnehmbar“. Zugleich fordert Riethig die Stadt auf, die Info-Flyer zu überarbeiten.

Das ist nicht mehr möglich – alle 2500 Flyer seien verteilt, bestätigten Lieske und der Planungsgruppenleiter Lars Humrich. Unabhängig davon versichern beide, dass bei allen Veranstaltungen und Gesprächen mit Eltern darauf hingewiesen werde, dass die „Neue IGS“ vorerst bis Klasse Zehn genehmigt ist. „Darüber hinaus ist noch nichts festgelegt, auch wenn wir darauf hoffen“, so Humrich. Allerdings sei das Konzept der Schule auf Wunsch einer vorgeschalteten Expertengruppe und großen öffentlichen Forums schon jetzt „konzeptionell bis zum Abitur durchgedacht“ und so auch im Flyer dargestellt worden. Zugleich gehen Humrich, Lieske und auch Riethig in seinem Brief davon aus, dass es eine Oberstufe an der „Neuen IGS“ nur gemeinsam mit der nahen kreiseigenen IGS Bovenden geben könne.

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