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Neue IGS in Hann. Münden gescheitert

Zu wenig Stimmen Neue IGS in Hann. Münden gescheitert

In Hann. Münden wird es vorerst keine Integrierte Gesamtschule (IGS) geben. Bei einer kreisweiten Befragung an allen Grundschulen haben zu wenig Eltern Interesse an einer IGS im Westen des Landkreises bekundet: Die erforderliche Zahl von mindestens 120 Schülern pro Jahrgang würde bei weitem nicht erreicht.

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Symbolbild: Hann.Münden.

Quelle: Hinzmann

Hann. Münden. Das teilte die Kreisverwaltung am Mittwoch im Kreistag mit. Am Donnerstag folgte eine detaillierte Auswertung der Antworten.

Die Statistik zeige, dass „der erforderliche Bedarf für die Einrichtung einer IGS mit diesen Zahlen nicht nachgewiesen werden kann“, kommentiert die Kreisverwaltung das Ergebnis. Nach der Befragung würden in den ersten zehn Jahren ab Schuljahr 2013/14 nur 65 bis 92 Kinder eine IGS in Münden besuchen. Das Land genehmigt neue Gesamtschulen aber nur, wenn bei einer Befragung und der daraus abgeleiteten Hochrechnung mindestes 120 Schüler und damit fünf Züge pro Jahrgang erwartet werden können. Für die Gesamtschule in Bovenden war diese Voraussetzung vor einigen Jahren zum Beispiel erfüllt.

40 bis 60 Prozent Rücklaufquote

Nach Landesvorgaben muss der Kreis als Schulträger die Eltern an allen Grundschulen im gesamten Kreisgebiet befragen – zum Beispiel auch in Duderstadt. Die Rücklauf-Quote schwankte zwischen 15 (Hilkerode) und 85 Prozent (Hemeln). An den meisten Schulen aber pendelte sie sich zwischen beachtlichen 40 und 60 Prozent ein. Positive Rückmeldungen für eine IGS Münden gab es allerdings fast ausschließlich aus Münden selbst, aus der Gemeinde Staufenberg und aus der Samtgemeinde Dransfeld.

Im Kreistag gibt es eine breite Mehrheit, die gerne ein Gesamtschulangebot im Westen des Landkreises etabliert hätte. Unter anderem argumentierte sie, dass bereits viele Kinder und Jugendliche aus diesem Raum auf Gesamtschulen in Hessen ausweichen würden. In Münden gab es neben den Befürwortern eine große Protestbewegung. Vor allem Lehrer und Eltern aus dem Umfeld der bestehenden weiterführenden Schulen lehnten eine Gesamtschule in der Nachbarschaft ab – auch aus Sorge um ihre eigenen Schülerzahlen.

Kein Stillstand

Zu den stärksten Befürwortern einer IGS-Münden gehören die Grünen im Kreistag. Aber „der Elternwille wird der Gesetzeslage entsprechend respektiert“, sagte ihr schulpolitischer Sprecher Norbert Hasselmann. Seine Fraktion sei überrascht gewesen von dem massiven Widerstand gegen eine IGS in Münden – „besonders aus den Reihen des Grotefendt-Gymnasiums“. Einen Stillstand werde es bei der Schulentwicklung jedoch nicht geben. Nächstes Ziel sei eine Oberschule in Dransfeld.

Auch die SPD im Kreistag äußerte sich „enttäuscht“ über das Befragungsergebnis. Es habe aber dennoch eine „durchaus beachtliche Zahl“ von Interessenten gegeben. Durch die „extrem hohen Anforderungen“ der CDU/FDP-Landesregierung werde Kindern der Besuch einer IGS verweigert und der Abwanderungsdruck beibehalten, sagte SPD-Fraktionschef Jörg Wieland.

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