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„Neue Laster“ auf Göttingens Straßen

Gemeinnütziges Projekt bietet Transporte mit E-Lastenfahrrädern „Neue Laster“ auf Göttingens Straßen

Es sind „Neue Laster“ auf Göttingens Straßen unterwegs: Klienten der Berufsförderungsgesellschaft „Neue Wege Neue Chancen“ bieten mit elektrisch angetriebenen Lastenfahrrädern neuerdings einen „kleinen Transport fürs kleine Geld“.

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Bis zu 200 Kilogramm können mit dem elektrisch unterstützten Antrieb bewegt werden, im Koffer ist sogar Platz für Kleinumzüge.

Quelle: EF

Göttingen. Die zwei kleinen Cargobikes mit bis zu 50 Kilogramm Transportlast und das große Dreirad mit bis zu 200 Kilogramm Last sollen transportieren, „was für das Auto zu klein und für das Fahrrad zu groß ist“, erklärt Thomas Schaper, einer der Betreuer des Projekts.

„Ich habe damit schon eine Waschmaschine auf die Zietenterassen gefahren“, erzählt einer der Fahrer, Martin Bräuer, nicht ohne stolz. Wie alle der zehn Beteiligten arbeitet er im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme in dem Projekt. Ihnen als „Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht so gute Perspektiven haben,“ soll so der Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtert werden, erläutert die Sozialarbeiterin Anabel Seseke.

Deshalb ist es Geschäftsführer Christoph Filler wichtig, „nicht mit Fahrradkurieren oder Transportunternehmen in Konkurrenz zu treten“. Er betont den ökologischen und gemeinnützigen Charakter des Vorhabens. „Der kleine Transport fürs kleine Geld“ richte sich an Menschen, die sich beispielsweise kein Taxi oder Mietwagen leisten können. Eine Buchung ist telefonisch möglich, abgerechnet wird nach der Fahrzeit, demnächst soll auf eine Kilometerpauschale umgestellt werden.

Die Anregung dazu kam von den Mitarbeitern, die Filler zufolge auch sonst „mitdenken, weiterentwickeln und Verbesserungsvorschläge machen“ - ein Erfolg für Filler, der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ansonsten als „sozialpolitisch umstritten“ bezeichnet. Aber je sinnvoller die Tätigkeit sei, desto höher falle auch die Akzeptanz aus - bisher gebe es kaum Krankmeldungen, stattdessen wurde in Absprache mit dem Landkreis Göttingen die Zahl der Plätze wegen der hohen Nachfrage erhöht.

Langfristig solle sich das Projekt selber tragen, sagt Filler. Die Anschaffung der zwischen 5000 und 12 000 Euro teuren Cargobikes haben die Göttinger Litfin-Stiftung und die Sparda-Bank unterstützt. Für die Mitarbeiter ist das Engagement aber nicht von Dauer: Die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen enden Filler zufolge nach sechs bis zwölf Monaten. Er hofft aber, dass die Beteiligten dann genug Erfahrungen gesammelt haben, um sich beispielsweise erfolgreich in Callcentern bewerben zu können.

Weitere Informationen finden sich im Internet unter neuelaster.de. Eine Buchung ist unter Telefon 05 51 / 70 20 02 50 möglich.

Von Christoph Höland

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