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Neue Skelette gefunden

Knochenfunde bei Ausgrabungen an der alten Mensa Neue Skelette gefunden

Bei den Umbauarbeiten der alten Mensa am Wilhelmsplatz in Göttingen sind mehr als 20 weitere Skelette gefunden worden. Darunter waren auch die Knochen von Frauen und Kindern. Auch der alte Kreuzgang des ehemaligen Franziskanerklosters wurde bei den Ausgrabungen entdeckt.

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Auch der alte Kreuzgang des ehemaligen Franziskanerklosters wurde bei den Ausgrabungen entdeckt.

Quelle: cro

Göttingen.

Der Oberkörper der bestatteten Frau ist freigelegt. Die Unterarme sind verschränkt, ihr Kopf tauchte allerdings an einer anderen Stelle auf. Warum in dem ehemaligen Mönchskloster Frauen und Kinder bestattet wurden, wirft Fragen auf.

Die beigesetzte Frau könnte aus dem Franziskanerinnenkloster stammen, das sich gegenüber des Mönchsklosters befunden hat. Es hat ursprünglich auf dem Gelände der alten Aula gestanden. Doch die Frau kann auch eine Göttinger Bürgerin gewesen sein: Dass auch Kinder im alten Kreuzgang beigesetzt wurden, könnte ein Hinweis darauf sein, dass vom Kloster auch Bestattungsplätze bereitgestellt wurden, sagt Arndt.
Frank Wedekind leitet die Ausgrabungen. Er geht davon aus, dass es sich um eine der älteren Bestattungen handelt. Im Grab wurde kein Bauschutt gefunden, mit dem spätere Gräber gewöhnlich aufgefüllt wurden. Er vermutet, dass der Fund noch vor Ende des 14. Jahrhunderts stammt.

Die Archäologen vor Ort entfernen vorsichtig Schicht um Schicht, sie vermuten noch zwei oder drei weitere Skelette. Dabei ist ihnen bei den Mauerresten eine besondere Fuge zwischen dem Ausgrabungsabschnitt 70 und 70A aufgefallen: Die Steine im Areal 70 wurden waagerecht verbaut, in 70A hingegen senkrecht. Sie deuten auf eine Säule und einen Bogen der offenen Seite eines Kreuzgangs hin.

Der Verdacht bestätigte sich schnell: Die Archäologen sind auf den alten Kreuzgang des Franziskanerklosters gestoßen, der vor dem Eingang der alten Mensa einen Knick macht. „Wir haben die Westwand und Südwand gefunden, was bei so einer kleinen Fläche wirklich Glück ist,“ sagt die Göttinger Stadtarchäologin Betty Arndt. Alles passe, der Kreuzgang sei ein typischer Bestattungsort gewesen.

Die Umbauarbeiten der Uni Göttingen an der alten Mensa werden von Robert Förster geleitet. Er rechnet mit einer Verzögerung von einigen Wochen durch die Ausgrabungen. Dann könnten die Arbeiten fortgesetzt werden: Der Keller des Gebäudes soll saniert und ausgebaut und die Treppenanlage verlegt werden.

Franziskaner in Göttingen

Das Franziskanerkloster hat in der Zeit von 1268 bis 1533 bestanden. Die Bettelmönche wurden im Zuge der Reformation vertrieben, die Kirche zweckentfremdet weitergenutzt und 1820 abgerissen, als auf dem Gelände das Gebäude der alten Uni-Mensa errichtet wurde. Das Nonnenkloster der Franziskanerinnen wurde 1508 auf dem heutigen Aula-Areal errichtet und bereits 1533 wieder aufgelöst.

Von Katrin Westphal

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