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Neue Stolpersteine in Göttingen und Einbeck

Gedenken Neue Stolpersteine in Göttingen und Einbeck

In Göttingen sind elf weitere Stolpersteine zum Gedenken an Opfer der nationalsozialistischen Terrorherrschaft verlegt worden. Rund 150 Menschen kamen zu der Aktion des Kölner Künstlers Gunter Demnig, bei der mit Reden an die Opfer erinnert wurde.

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Gunter Demnig beim Verlegen der neuen Stolpersteine in Göttingen.

Quelle: Wenzel

Göttingen. Zu Beginn zitierte der Leiter des Städtischen Museums und des Stadtarchivs, Ernst Böhme, ein Schmähgedicht, um zu zeigen, welche Feindschaft den Juden zur NS-Zeit in Deutschland entgegenschlug. In Reden würdigten Schüler des Theodor-Heuss- und Otto-Hahn-Gymnasiums sowie Historiker das Leben und Leid der Opfer. Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums begleiteten die Aktion mit Musik.

Auf den Steinen, die ins Pflaster eingelassen werden, befindet sich eine Messingplatte mit Informationen zu den Menschen. Die Steine werden vor dem früheren Wohnort der Opfer verlegt. Am Gebäude Rote Straße 16 wird künftig an Siegfried und Rosa Meyerstein, ihren Sohn Herbert und die Schwester von Rosa, Johanna Gans, erinnert. Sie alle litten unter Schikanen und Entrechtungen durch die Nationalsozialisten und wurden 1942 in den Tod deportiert.

Neue Stolpersteine für Göttingen.

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An der Oberen-Masch-Straße 10 verlegte Demnig sechs Stolpersteine. Sie sind Cäsar und Fanny Asser sowie Hugo und Paula Meyerstein mit ihren Kindern Georg und Ludwig gewidmet. Das Ehepaar Asser wurde 1942 nach Theresiestadt deportiert, wo die beiden 71-Jährigen 1943 umkamen.

„Heute holen wir die Erinnerung an unsere früheren Mitbürger Cäsar und Fanny Asser zurück in unsere Stadt“, sagte der Vorsitzende des Göttinger Geschichtsvereins, Prof. Peter Aufgebauer. Die vier Mitglieder der Familie Meyerstein wurden 1942 in das Ghetto Warschau deportiert, niemand von ihnen überlebte.

Für Else Kaufmann wurde an der Weender Landstraße 5 b ein Stolperstein verlegt. Sie wurde ebenfalls 1942 deportiert und starb 1943 im Konzentrationslager Theresienstadt. Ihr Enkel Frits Kaufmann war mit seiner Zwillingsschwester Caty bei der Verlegung anwesend. „Erinnern und nicht vergessen“ beschwor der aus den Niederlanden angereiste Enkel den Sinn der Aktion in seiner berührenden Rede.

Seit dem Beginn seiner Aktion hat Demnig mehrere Zehntausend Stolpersteine in Europa verlegt. In Göttingen wurden im vergangenen Jahr erstmals zehn Steine öffentlich verlegt. Heiner J. Willen, Vorsitzender der Göttinger Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, hofft, dass 2017 weitere Steine folgen.

Bilder: gturl.de/stolper

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