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Holtensen nach dem Krieg

Flüchtlinge nicht immer willkommen Holtensen nach dem Krieg

Mit der Holtenser Heimatgeschichte von 1945 bis 1955 befasst sich eine neue Ausgabe der Heimatkundlichen Schriftenreihe Holtensens. Band 3 widmet sich „Niederlage, Befreiung, Neuanfang“. Verfasst haben das knapp 200-seitige Werk Wolfgang Siegmann, Hans Werner Diederich und die Ortsheimatpflegerin Elsa Vollmer.

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Die Bücher zur letztjährigen Ausstellung "Holtensen 1945 - 1955" wie auch das 2. Buch zum Thema "Wissen und Aberglaube" - Geschichte(n) ¸ber die Dorf-Hebammen in den Vororten und dem Landkreis Göttingen" sind fertiggestellt.

Quelle: r

Holtensen. Warum die Begrenzung auf 1955? „In diesem Jahr sind die beiden letzten Holtenser aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekommen“, sagt Siegmann. Einer davon war sein Vater, der auch für den vorliegenden Band befragt wurde.

Überhaupt, meinen Vollmer, Diederich und Siegmann, seien die vielen Interviews von Zeitzeugen eine überaus wichtige Informationsquelle gewesen. Zwar hätten sie auch die Archive des Ortes und der Stadt ausgiebig gesichtet, die persönlichen Berichte hätten viele aufschlussreiche Informationen geliefert, die nicht in Archiven auftauchten, weil damals von vermeintlich geringem Wert. Heute aber lasse sich damit ein lebendiges Bild der damaligen Zeit zeichnen. Privatpersonen hätten zudem viele Fotos zur Verfügung gestellt, die sich im Buch wiederfinden.

Um ein Drittel gewachsen

Auf den 200 Seiten werden Themen wie Kriegsende, Gefangenschaft, Entnazifizierung, Einführung der D-Mark, Hochwasser, Kriegsheimkehrer oder die Dreharbeiten der Göttinger Filmaufbau abgehandelt. Besonderes Gewicht hat das Thema Vertriebene und Flüchtlinge, sagt Siegmann. In den Jahren nach dem Krieg, erklärt Siegmann, sei die Zahl der Bevölkerung in Holtensen um etwa ein Drittel angewachsen. Die Zugezogenen seien „nicht immer mit offenen Armen empfangen worden“. Siegmann verweist auf das alte Gutshaus, in dem Flüchtlinge und Vertriebene „regelrecht zusammengepfercht wurden“.

Damals wurde eigens Flüchtlingsausschuss und Wohnungskommission eingerichtet. Die Bereitschaft der Ur-Holtenser, Kleidung und Hausrat zur Verfügung zu stellen, habe sich in Grenzen gehalten, „so dass zwingend benötigte Dinge bei der britischen Besatzung angefordert wurden“, heißt es in dem entsprechenden Kapitel. Aber: „Sehr viele sind im Ort geblieben“, sagt Siegmann.

Der dritte Band der Heimatkundlichen Schriftenreihe „Niederlage, Befreiung, Neuanfang. Holtensen 1945-1955“ ist ab Ende des Monats Oktober erhältlich. Kontakt: Ortsheimatpflege Holtensen, Telefon 0551/5211736, elsavollmer@web.de.

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