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Neuer „Biosprit“ kann fatale Folgen haben

Super E10 Neuer „Biosprit“ kann fatale Folgen haben

Seit einigen Tagen wird auch in Göttingen der neue Treibstoff „Super E10“ verkauft. Der als „Biokraftstoff“ angepriesene Sprit enthält statt bisher fünf beim herkömmlichen Superbenzin bis zu zehn Prozent Bioethanol, also Alkohol. Aber Vorsicht: Nicht jedes Auto verträgt den von der Europäischen Union und der Bundesregierung zwangsweise eingeführten neuen Sprit.

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Unübersehbar: knallrote 10-Warnschilder an der Jet-Station am Maschmühlenweg.

Quelle: Heller

E10-Sprit wird in Göttingen seit einigen Tagen bei den beiden Jet-Tankstellen verkauft, andere werden noch in diesem Monat folgen. Nachfragen von Autofahrern angesichts der knallroten Warnschilder, sagt Anthony Voigt, Pächter der Jet-Station am Maschmühlenweg, habe es jedoch kaum gegeben.

Dabei sind etwa vier Millionen in Deutschland zugelassene Autos und Motorräder, schätzen Experten, für E10-Kraftstoff ungeeignet. Die Folgen können fatal sein: Schon bei kurzem Kontakt mit Motorteilen kann der hohe Ethanolanteil einen Korrosionsprozess in Gang setzen, der sich nicht mehr stoppen lässt und schließlich zum Motorschaden führt. Gefährdet sind vor allem Bauteile aus Aluminium sowie Ventile und Ventilsitzringe.Außerdem löst der Alkohol die Weichmacher aus Gummi und Kunststoffen, wodurch die Materialien beispielsweise von Kraftstoffleitungen spröde und undicht werden können. Dieselfahrzeuge sind von der Umstellung des Kraftstoffangebots generell nicht betroffen.

Wer sein E10-ungeeignetes Auto dennoch mit dem neuen Sprit betankt hat, sollte auf keinen Fall den Motor starten, weil der Kraftstoff sonst das gesamte System erreicht und sein Zerstörungswerk in Leitungen, Pumpen und Motor beginnt. Dann ist ein Anruf beim ADAC oder bei der Werkstatt unumgänglich: Der Tank muss leergepumpt und mit geeignetem Kraftstoff aufgefüllt werden.

Egal, ob das Auto E10-Sprit verträgt oder nicht: Für alle wird das Autofahren teurer. Fahrer von Autos, die nicht mit E10 betankt werden dürfen, müssen das teure Super plus oder das herkömmliche Super zapfen, das zur Abschreckung neun Cent pro Liter teurer gemacht werden soll. Nur das alte Eurosuper und Super plus mit mindestens 98 Oktan enthalten weiterhin nur maximal fünf Prozent Alkohol, mit denen auch ältere Autos problemlos gefahren werden können. Aber auch Besitzer von Fahrzeugen, die mit E10 betrieben werden, müssen tiefer in die Tasche greifen: Ihre Autos verbrauchen wegen des geringeren Brennwerts von Ethanol mehr Treibstoff.
Hilfe vor Ort ist nicht zu erwarten: Viele Mineralölkonzerne haben das Tankstellenpersonal angewiesen, zum Thema E10 keine Ratschläge zu geben. Grund: das Haftungsrisiko, falls trotz Beratung Schäden auftreten.

Wer herausfinden will, ob sein Auto E10-Super verträgt, kann sich aus dem Internet eine Liste der deutschen Automobiltreuhand (DAT) kostenlos herunterladen ( PDF-Datei). Im Zweifelsfall sollte der Hersteller direkt befragt oder kein E10-Sprit getankt werden.

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