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Neuer Schutzsteifen für Radfahrer macht Göttinger von-Ossietzky-Straße gefährlicher

Breit genug, vielen Autofahrern aber zu eng Neuer Schutzsteifen für Radfahrer macht Göttinger von-Ossietzky-Straße gefährlicher

Es geht steil bergan: 90 Höhenmeter auf einer Strecke von 1,2 Kilometern Länge. Radfahrer können auf der steilen von-Ossietzky-Straße neuerdings einen eigenen Radweg dafür benutzen. Vielen Autofahrern ist dieser Schutzstreifen ein Dorn im Auge. Der Begegnungsverkehr wird gefährlich.

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Meist mit zwei Rädern auf dem Radweg, weil es im Begegnungsverkehr sonst zu eng wird in der von-Ossietzky-Straße.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Eigentlich sei alles ausreichend, teilt die Stadtverwaltung mit. Die Fahrbahn habe trotz des Schutzstreifens noch eine Mindestrbreite von fünf Metern. Begegnungsverkehr von Pkw sei möglich, ohne den Radweg benutzen zu müssen. Bei Begegnungen mit Bus oder Lastwagen dürfe der Schutzstreifen zum Ausweichen befahren werden.

Wer aktuell die von Ossietzky-Straße hoch fährt, weicht nicht aus, sondern fährt gleich halb auf dem Radweg. Dort nimmt ohnehin nur gelegentlich ein Radler die neunprozentige Steigung auf sich. Versucht man es als Autofahrer, links des Radweges zu bleiben, wird man wütend angeblinkt. Tatsächlich ist besonders in Höhe des Restaurants Rimini auf einigen hundert Metern die verbliebene Fahrbahn so schmal, dass die  Seitenspiegel oft nur Millimeter trennen. Bergab parken Autos, bergauf grenzt der Radweg die Fahrbahn ein.

Zu dem umstrittenen Schutzstreifen war es gekommen, weil der Rat den Radlern gern einen komfortablen und ungefährlichen Weg den Berg hinauf zur Zietenterrasse bieten wollte. In einem SPD-Antrag wurde allerdings vorgeschlagen, einen alternativen Radweg entlang des Eberbaches zu bauen. Dort läuft schon ein Gehweg parallel zur Ossietzky-Straße, der auch gern von Radlern genutzt wird. Die Verwaltung rechnete dem Bauausschuss dann aber vor, dass die vorgeschlagene Alternativstrecke über Emil-Nolde-Weg bis zum Kei-Kindergarten zwar 150 Meter länger und deshalb weniger steil ist, jedoch nur mit hohem Aufwand für Radler herzurichten sei. In Höhe des Kindergarens sei eine steile Rampe zu überwinden. Eine gemeinsame Nutzung von Radfahrern und Fußgängern sei ausgeschlossen. Es müsse ein eigener Radweg gebaut werden, Beleuchtung sei zudem nötig, der Emil-Nolde-Weg sei auszubauen. Gesamtkosten: 438000 Euro.
Dem gegenüber wirkt die Ausgabe für den Schutzstreifen von Steinsgraben bis Alva-Myrdal-Weg mit gerade einmal 9400 Euro Kosten wie ein Klacks. So entschied der Rat schließlich. Um den „pendelnden Bewegungen von bergauf fahrenden Radfahrern entgegenzuwirken“, wurde die Breite gar mit 1,50 Meter großzügig bemessen. 9400 Euro aus Straßenunterhaltungs-Mitteln statt sechsstellige Investition - und verärgerte Autofahrer obendrein.

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