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Neuer Trinkbrunnen an der Weender Straße in Göttingen

Sprudelnde Erfrischung Neuer Trinkbrunnen an der Weender Straße in Göttingen

„Das ist neu“, sagt Rahel zu ihrer Freundin Nina, während sie Eis essend am Trinkbrunnen in der Weender Straße vorbeigehen. Dass aus dem Brunnen Trinkwasser sprudelt, wusste die Chemiestudentin zunächst nicht, aber sie findet es „gut, dass hier Wasser für alle kostenlos aufgestellt wird“.

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Tester am Trinkwasserbrunnen.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, ist mit der Inbetriebnahme des Trinkbrunnens am Donnerstag die Gestaltung der Weender Straße zwischen Theaterstraße und Kornmarkt abgeschlossen worden.

Der 90 Zentimeter hohe Brunnen mit Granitverkleidung steht auf halber Höhe zwischen Markt und Nabel. Tritt man auf den Schalter im Boden direkt davor, speit der Edelstahlhahn das Wasser in einem kleinen Bogen in die Auffangwanne. Sowohl der Wasserhahn als auch der Abfluss sind direkt an das städtische Versorgungsnetz angeschlossen und werden alle vier Stunden automatisch durchgespült.

Die dafür notwendige Regel- und Steuerungstechnik sowie die Konstruktion aus Zufluss, Ableitungen und elektrischer Verkabelung waren in dieser Form nicht auf dem Markt erhältlich. Daher entwickelte und baute die städtische Energie -und Gebäudetechnik mit einem Ingenieurbüro zusammen für 16.000 Euro ein eigenes Modell, so die Stadtverwaltung.

Bei den Göttingern kommt der Brunnen gut an: „Eine gute Idee, vor allem für die Kinder, besonders im Sommer oder wenn man gerade nicht das nötige Taschengeld hat“, sagt Verkäuferin Karen Friedrichs-DeBruin vom Juwelier Schügl, vor dem der Trinkbrunnen steht. „Schick“ findet sie den Brunnen aus Granit außerdem, „er passt gut zum Bodenbelag“.

Kurze Zeit später kapern ihn die Zwillinge Luka und Filip. Ihr Vater tritt heimlich auf den Schalter im Boden vor dem Brunnen und sorgt für große Aufregung. „Soll ich noch mal zaubern?“ „Ja, ja, zauber noch mal, Papa“, rufen die Zwei begeistert.

Mit „Eins, zwei, drei, schubidubidu“ und großen Gesten bringt er das Wasser wieder zum Sprudeln. Auch ihm gefällt die Idee, auf diese Weise Wasser kostenlos zur Verfügung zu stellen. „Das erinnert an diese Brunnen in den USA.“ Dort stillen viele Wasserspender den Durst der Passanten.

In Deutschland reichte die Bundesregierung 2013 eine Petition an die Bundesländer weiter, die sich an eine Aktion aus den Niederlanden anlehnte. Dort wurden viele Trinkwasserspender im öffentlichen Raum aufgestellt. Auch hier sollen die Verbraucher auf Leitungswasser als Lebensmittel aufmerksam werden. So verzichten sie, so die Idee, eher auf Wasser in Plastikflaschen, deren Transport und Entsorgung viel Energie verbraucht.

Der Vermerk, dass es sich auch in der Weender Straße um trinkbares Wasser handelt, fehlt allerdings den meisten Passanten. „Da müsste man ein Schild anbringen, und einen Pfeil, der auf den Schalter deutet“, findet eine Mutter, die mit ihren beiden Kindern Wasser zapft.

Caroline Bauer

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