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Neuer Zeuge entlastet Schläger

Hat Heimleitung auf Anzeige gedrängt? Neuer Zeuge entlastet Schläger

Im Prozess gegen einen 29 Jahre alten Angeklagten, der in einem psychiatrischen Pflegeheim im Mündener Stadtteil Oberode einen 63 Jahre alten Mitbewohner zusammengeschlagen und -getreten haben soll, ist am Montag überraschend ein neuer Zeuge aufgetaucht. Der 64-Jährige stand in keiner Akte, ist nie von der Polizei befragt worden und meldete sich jetzt von sich aus, um „zur Wahrheitsfindung“ beizutragen.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen/Oberode. Seine Aussage entlastet den Angeklagten, der der Staatsanwaltschaft als gemeingefährlich gilt und in der Psychiatrie untergebracht werden soll, weil er zur Tatzeit nicht schuldfähig gewesen sei. Der Zeuge will von seinem Balkon aus das Geschehen beobachtet haben. Danach war es nicht der Angeklagte, der das 63 Jahre alte Opfer angegriffen habe. Vielmehr habe der Ältere, der sich laut Zeugen selbst als „Straßenschläger“ bezeichnet, gepöbelt und beleidigt. Das Wort „Scheißneger“ sei gefallen. Dann habe das spätere Opfer den Jüngeren unvermittelt angegriffen. Der habe den Angreifer zurückgestoßen, wobei dieser gestürzt sei und sich Handverletzungen zugezogen habe. Weil der Ältere keine Ruhe gab, habe der Angeklagte ihn festgehalten, bis er aufgab.

Erst später, so der Zeuge, sei das angebliche Opfer von der Heimleitung bedrängt worden, Anzeige zu erstatten, damit man so den „unbequemen Mitbewohner“ los werde. Das habe der 63-Jährige ihm selbst gesagt. Dazu befragt, räumt der ein, ihm sei tatsächlich eine Anzeige „nahegelegt“ worden. ck

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