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Schlechte Zeiten für Raser: Die Stadt Göttingen will ein mobiles Hi-Tech-Blitzgerät beschaffen.

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„Enforcement-Trailer“ des Herstellers Vitronic.

Quelle: Offenbacherjung

Göttingen. Geplant ist jetzt die Anschaffung eines „Enforcement-Trailers“: Der Blitzer, der als Anhänger konstruiert ist, kann mit jedem normalen Fahrzeug mit Anhängerkupplung bewegt werden. Zur einfachen und genauen Ausrichtung am Messstandort ist er zudem mit einem eigenen Antrieb einschließlich Fernbedienung ausgerüstet.

Einen solchen Blitz-Anhänger hatte kürzlich der Landkreis Göttingen eingesetzt, allerdings nur leihweise. Bei Autofahrern in der Region führte der Einsatz des Trailers zu teils heftiger Kritik.

Von hinten, also in Anfahrtrichtung der zu kontrollierenden Fahrzeuge, sieht die Messanlage wie ein ganz normaler Kleinanhänger aus. Das Gerät ist gepanzert und schusssicher, um Beschädigungen durch verärgerte Autofahrer zu verhindern. Für den Einsatz lässt sich das Gerät vollständig auf den Boden absenken. Dabei verschwinden die Räder in der Außenhülle, was beispielsweise einen Diebstahl erschwert. Ein Alarmsystem schützt das Gerät vor Vandalismus. Hersteller ist die Firma Vitronic in Wiesbaden.

Der Trailer ist mit wiederaufladbaren Batterien für einen ununterbrochenen Messbetrieb über mindestens fünf Tage ohne Personaleinsatz ausgerüstet. Soll die Messanlage länger laufen, lassen sich die Batterien vor Ort tauschen. Die Messdaten werden drahtlos übertragen, was auch den Fernzugriff auf das System ermöglicht.

Eine Laufzeitmessung per Laser ermöglicht die Geschwindigkeitsfeststellung. Dabei werden die Geschwindigkeiten und Positionen aller Fahrzeuge im Messfeld über mehrere Spuren hinweg gleichzeitig registriert. Variable Geschwindigkeitsbegrenzungen und Durchfahrtsverbote nach Uhrzeit, Fahrstreifen und auch Fahrzeugklassen lassen sich ebenfalls überwachen. Die Anlage kann 24 Stunden täglich im Einsatz sein.

Die Vorteile gegenüber anderen Messgeräten, sagt Verwaltungssprecher Detlef Johannson, sieht die Stadtverwaltung unter anderem in

– einer kurzfristigen Einsatzbereitschaft

– minimalem Personalaufwand gegenüber einer mobilen Überwachung mit herkömmlichen Blitzfahrzeugen

– besten Bedingungen für den temporären Einsatz (bis zu zehn Tage mit einer Akkuladung, je nach Fallzahlen)

– gutem Schutz gegen Vandalismus

– einem unauffälligen Messeinsatz: Die Verkehrsteilnehmer könnten sich nicht auf eine fest installierte stationäre Anlage einstellen wie beispielsweise auf der B27, Höhe Holtenser Berg, oder nachts ab 22 Uhr in der Geismarlandstraße oder der Von-Ossietzkystraße.

Ursprünglich habe die Stadt eine flexible, teilstationäre Anlage beschaffen wollen, die auf vierspurigen Straßen auf dem Mittelstreifen eingesetzt und beide Fahrtrichtungen und jeweils beide Spuren pro Richtung überwachen kann, erklärt Verwaltungssprecher Johannson. Allerdings habe sich herausgestellt, dass der Platz zwischen den Fahrspuren – dem Grünstreifen - nicht ausreicht, um diese Anlage sicher zu installieren und bedienen zu können.

Die aufwendige Technik des „Enforcement Trailers“ hat seinen Preis: Während für die zuerst bevorzugte Anlage 120000 Euro in den Haushalt eingestellt wurden, müssen in dem jetzt fälligen Nachtragshaushalt weitere 75000 Euro bereitgestellt werden. Vor einer Anschaffung muss der Stadtrat darüber beraten und entscheiden.

Von Matthias Heinzel

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