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Verspätungen bald dynamisch

Neues Fahrgast-Informationssystem Verspätungen bald dynamisch

Die Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) führen ein neues Fahrgastinformationssystem ein. An jeder Haltestelle werden GöVB-Kunden erkennen können, ob der Bus, auf den sie warten, pünktlich kommt oder wie lange sie auf ihn warten müssen.

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Göttingen. Scharfgeschaltet werden soll das neue System etwa Mitte kommenden Jahres. Und das nicht nur an allen GöVB-Haltestellen, sondern auch auf dem eigenen Smartphone, falls gewünscht. Dazu müssen die GöVB-Kunden ein Zusatzprogramm des Verkehrsbetriebes, eine App, auf ihr Mobiltelefon herunterladen, erklärt Jens Conrad, Leiter der Abteilung Informationstechnik (IT) bei den Göttinger Verkehrsbetrieben. Gleichzeitig stehen die Daten, die in Echtzeit geliefert werden, auch der Leitstelle der GöVB zur Verfügung.

Bislang sind solche Informationen nur an wenigen wichtigen Haltestellen wie beispielsweise dem Göttinger Bahnhof abrufbar. Die bisherigen 27 Info-Anzeiger, sagt Conrad, sind eigentlich „eine Bastellösung“.

Das neue Betriebsleitsystem mit der Bezeichnung ITCS (Intermodal Transsport Control System) wird von dem Anbieter INIT aus Karlsruhe zur Verfügung gestellt und soll Mitte 2018 in Betrieb gehen. Die GöVB habe sich zu dem Einstieg entschlossen, weil es mittlerweile standardisierte und damit erprobte Lösungen für ein solches Infosystem gebe, meint Conrad. Die neuen Systeme lieferten „eine ganz andere Qualität von Daten“ - viel häufiger und viel differenzierter. Damit könne auch die Leitstelle der GöVB beliefert werden. Das gesamte Datenmaterial wird zudem mit anderen Verkehrsträgern für den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) vernetzt.

Von der Installation des dynamischen Verkehrsinformationssystems versprechen sich die Verkehrsbetriebe nicht nur einen Komfortgewinn und sichere Aussagen über Anschlussmöglichkeiten für die Fahrgäste, sondern auch einen effizienteren Fahrbetrieb im Stadtbussystem. Wichtigster Nutzeffekt für die Kunden seien allerdings die verlässlichen und differenzierten Informationen über die tatsächlichen Verspätungen der einzelnen Fahrzeuge, die im städtischen Bussystem gerade unterwegs sind. Die kämen in Echtzeit, was bisher nicht der Fall gewesen sei, erklärt Conrad weiter. Damit könnten die Fahrgäste „im Bedarfsfall sofort auf ungeplante Situationen reagieren“, meinen die GöVB. Abgerufen werden können die Informationen nicht nur an den Haltestellenanzeigen und gegebenenfalls den persönlichen Smartphones, sondern auch auf der Internet-Homepage der GöVB.

Eine der Voraussetzungen für das neue Fahrgastinformationssystem über An- und Abfahrtzeiten der einzelnen Busse ist eine technisch aufwendige Umrüstung des Fuhrparks. Während aus den Bussen bislang analog gefunkt wird und damit die Übertragung von Daten nicht möglich ist, muss die Funkausrüstung von Betriebnahme des neuen Informationssystems auf Digitaltechnik umgerüstet werden. Billig wird das nicht: Für die Umrüstung werde die Landesnahverkehrsgesellschaft etwa 2,3 Millionen Euro zur Verfügung stellen, erklärt Conrad.

So neu und fortschrittlich, wie die Neuerungen für GöVB-Kunden klingen, sei das Angebot allerdings nicht, erkäutert Conrad weiter. „Wir sind damit ziemlich hintendran“, meint der IT-Spezialist. „Viele regionale Busbetriebe machen das schon längst. Wir sind eigentlich die letzten im Verkehrsverbund Südniedersachsen.“

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