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Neues Kanal-Verfahren in Göttingen

Ei-förmige Rohre mit Abstandshalter Neues Kanal-Verfahren in Göttingen

Mit einem neuen Verfahren ziehen seit Mittwoch Experten große Ei-förmige Rohre in ein altes Kanalrohr ein, durch das künftig Toiletten- und anderes Schmutzwasser vom Göttinger Uniklinikum in das städtische Klärwerk fließen soll. Nach Angaben der Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB) und ihrer Baupartner wird das Verfahren mit dem verwendeten Material und dieser Größe weltweit zum ersten Mal eingesetzt.

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Göttingen. Ihre Öffnungen sehen tatsächlich so aus wie ein auf der Spitze stehendes Ei, mit einem Innendurchmesser von 1,80 Meter in der Höhe und 1,20 Meter in der Breite sind sie allerdings deutlich größer.

Auf Rollen ziehen Mitarbeiter der Göttinger Kanalbaufirma Rettberg die Rohre aus Polyethylen Stück für Stück immer weiter mit einem Stahlseil durch das 105 Jahre alte und brüchige Kanalrohr aus Beton. Ihre Form und Größe sei die besondere Herausforderung, erklärt Projektleiter Tobias Siebert vom Ingenieurbüro Rinne und Partner.

Abstandshalter mit kleinen Rollen sorgten dafür, dass die nach oben breiter werdenden Rohre nicht kippen und sich verkanten. Und um die 700 Kilogramm schweren und 7,50 Meter langen Teile in einer großen Baugrube mit großer Hitze aneinander zu fügen, sei vom Hersteller extra ein besonderes Schweißgerät hergestellt worden, ergänzt Karsten Rettberg, Chef der Baufirma.

Auf einer Länge von 570 Metern werden die Rohre in den kommenden Wochen im sogenannten Langrohrrelining  eingearbeitet  - von der Lichtenbergstraße über Beyerstraße und Annastraße bis zum Boieweg. In anderen Abschnitten wird gegraben, der Kanal im Bohrverfahren durch den Untergrund getrieben oder als sogenannter Inliner eingepresst.

1,3 Kilometer lang wird die Leitung insgesamt, die künftig Schmutzwasser vom Klinikum zu einem anderen Kanalrohr am Güterbahnhof und dann zum Klärwerk transportieren soll. Die Ei-Form der Rohre sorge dafür, dass das Wasser in Trockenphasen in der nach unten schmaler werdenden Rinne schneller fließt und damit mögliche Fremdstoffe weg spülen kann, erklärt Siebert.

Dritter Kanaltunnel fertig

Beim zweiten Kanalprojekt für die Göttinger Universitätsklinik ist den Arbeitern der entscheidende Durchbruch gelungen: Ein Spezialbohrer hat auf seinem Weg vom Klinikum bis zum neuen Güterverkehrszentrum Ende vergangener Woche im Bereich Grüner Weg die letzte Erd- und Steinschicht durchbrochen. Damit ist der letzte von drei Tunnelabschnitten weitgehend fertig gestellt.

Durch das neue gut 1200 Meter lange Kanalrohr wird künftig Regenwasser vom Gelände der Unikliniken bis zu einem weiteren Rohr am neuen Güterverkehrszentrum und von dort aus in die Lutter geleitet. Für das Schmutzwasser wird eine separate Leitung gebaut – mit einem anderen Verfahren.

Dass Regen- und Abwasserkanäle wie Tunnel unterirdisch vorgebohrt werden ist noch weitgehend unüblich - vor allem in dieser Größenordnung. Üblicher Weise werden Gräben ausgehoben und dann neue Kanalrohre verlegt. Für den dritten Abschnitt hat sich der Bohrkopf etwa 380 Meter weit auch unter das Werksgelände von Novelis gearbeitet und einen Tunnel für 127 Rohre mit einem Durchmesser von 1,60 Metern frei gelegt .

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