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„Neues Kapitel Göttinger Psychiatriegeschichte“

Neubau des Festen Hauses geht in Betrieb „Neues Kapitel Göttinger Psychiatriegeschichte“

Wer herein kam, durfte (noch) wieder raus. Die Türen sind noch ohne Schlösser. Dennoch ist am Montag der Schlüssel für einen 33,1 Millionen Euro teuren Gebäudekomplex übergeben worden, in dem sichere Schlösser und unüberwindbare Zäune künftig das Wichtigste sind: das neue Feste Haus des Maßregelvollzugszentrums am Göttinger Leineberg.

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Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) beim Rundgang durch den neuen Gebäudekomplex.

Quelle: dpa

Göttingen. Damit sei „ein neues Kapitel der Göttinger Psychiatriegeschichte“ aufgeschlagen worden, sagte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD). Und ein „negaives Symbol der Ausgrenzung“, das Alte Feste Haus, gehöre der Vergangenheit an, ergänzte Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD). Das „Relikt aus Zeiten der Verwahr-Psychiatrie“, das den Mitarbeitern viel abverlangt habe, so Rundt, habe bald ausgedient.

Dennoch bezog sich Köhler mit einem Appell an die Ministerin ausdrücklich auf den Altbau, in dem das einzigartige Kunstobjekt eines Patienten, die Klingebiel-Zelle, zu finden ist, die unbedingt in Göttingen bleiben und damit 150 Jahre Göttinger Psychiatriegeschiche dokumentieren müsse. Dafür solle sich die Ministerin einsetzen.

Der Neubau am lange umstrittenen Standort wird jetzt in den Probebetrieb gehen, seine Schlösser erhalten, ab Januar dann mit den ersten Patienten aus dem Altbau belegt. Weitere 38 freie Plätze werden nach und nach bezogen. 70 Patienten in sechs Wohngruppen finden insgesamt Platz. Damit hat das Land Niedersachsen künftig 145 Hochsicherheitsplätze für psychisch kranke Straftäter in Moringen und Göttingen.

Gebaut wurde das klosterartige Gebäude mit Innenhof, Sporthalle und Arbeitsräumen für 120 Beschäftigte seit Januar 2013. Auf 50 000 Quadratmeter Areal sind 10 432 Quadratmeter Nutzfläche entstanden, die hoch sicher, aber unauffällig mit  Zäunen und Dornenhecke umgrenzt sind. Die Bilder an den Wänden stammen von Künstlern mit Psychiatrieerfahrung - ganz im in der Tradition Klingebiels, meint der Ärztliche Direktor Dirk Hesse.

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