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Neues LKH-Haus soll freundlicher gestaltet werden

Unterbringung psychisch kranker Straftäter Neues LKH-Haus soll freundlicher gestaltet werden

Für rund 24 Millionen Euro soll auf dem Leineberg ein neuer Hochsicherheitsbereich des Maßregelvollzugs entstehen. Für mehr als doppelt so viele Patienten wie bisher sollen dann bessere Angebote und Kommunikationsmöglichkeiten geschaffen werden.

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„Kalte und abweisende Umgebung“: das „Feste Haus“ für psychisch kranke Straftäter. Der Neubau soll freundlicher werden.

Quelle: Heller

Der ärztliche Direktor des Landeskrankenhauses Moringen (LKH), Dirk Hesse, stellte das Konzept für den Neubau im Sozialausschuss des Stadtrates vor. Im Rahmen der Privatisierung des ehemaligen LKH Göttingen war der Hochsicherheitsbereich desMaßregelvollzugs ausgegliedert und dem LKH Moringen zugeschlagen worden.

Dem derzeitigen sogenannten „Festen Haus“ in Göttingen stellte Hesse kein gutes Zeugnis aus. Es sei „wie ein Gefängnis gestaltet mit abschreckenden Mauern, Gittern, Einzelzellen“. Es entstehe der Eindruck, man wolle Patienten bekämpfen und nicht bessern. „Eine Atmosphäre paranoider Kontrolle“ und „eine kalte, abweisende, feindliche Umgebung“ konstatiert Hesse. Diese führe vielleicht zu einer verbesserten Anpassungsleistung, aber nicht zur Verinnerlichung von Werten und Normen.

Das neue Gebäude solle stattdessen modernen Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten entsprechen, so Hesse: „In der Einrichtung muss es Lebendigkeit, soziales Leben und ein hohes Maß an Interaktion geben können.“ Hierzu müsse es Begegnungsräume und Angebote geben. Vorgesehen seien unter anderem eine Sporthalle, eine Cafeteria und Räume für kreative Therapieverfahren. „Die Patienten müssen wieder eine Perspektive bekommen“, so Hesse.

„Klosterähnlicher Komplex“

Auch „hohe, martialisch wirkende Stacheldrahtzäune“ will Hesse verbannen und Sicherheit anders gewährleisten. Entstehen soll ein „klosterähnlicher Komplex“ mit ausbruchssicheren Fenstern und Türen. Der Nato-Draht soll in einer acht Meter breiten Dornenhecke verschwinden.

Statt bisher 32 soll das neue LKH-Gebäude  70 Plätze enthalten. Bisher war von einer Investition in Höhe von 18 bis 20 Millionen Euro die Rede, Hesse nannte im Sozialausschuss die Zahl 24 Millionen Euro. 115 Arbeitsplätze würden durch den Neubau erhalten oder neu geschaffen. Was mit dem Altbau geschehen soll, ist bislang unklar.

Im Maßregelvollzug sind psychisch kranke Straftäter untergebracht, die als schuldunfähig oder vermindert schuldfähig gelten und von denen eine weitere Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht. Auch Suchtpatienten werden teilweise im Maßregelvollzug untergebracht. Bei etwa 50 Prozent der Patienten im LKH Moringen erfolgte die gerichtliche Einweisung aufgrund von Sexualdelikten, bei 30 Prozent aufgrund von Aggressions- und Tötungsdelikten und bei 15 Prozent aufgrund von Brandstiftung.

Der Sozialausschuss sprach sich für die Neubaupläne aus. Heute befasst sich der Bauausschuss damit.

                                                                                                 Von Jörn Barke

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Neubau für „Festes Haus“

Das „Feste Haus“, Hochsicherheitsbereich des Landeskrankenhauses Moringen für gefährliche Patienten des Maßregelvollzugs, wird erneuert. Ein Neubau soll das 110 Jahre alte Gebäude am Göttinger Leineberg ersetzen und zugleich die Kapazität mehr als verdoppeln.

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