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Neues Verfahren zur Suche von Standorten für Windräder in Göttingen

Verwaltung will auch Einfluss auf Landschaftsbild prüfen Neues Verfahren zur Suche von Standorten für Windräder in Göttingen

Um im Göttinger Stadtgebiet geeignete Flächen für Windenergieanlagen zu finden, will die Verwaltung der Stadt einen ganz neuen Weg einschlagen, der bundesweit ungewöhnlich ist: Sie will im Landschaftsschutzgebiet Leinetal Zonen ausweisen, in denen Windräder gebaut werden könnten.

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Mögliche Windrad-Zonen im Landkreis Göttingen.

Quelle: Foth

Göttingen. Bei dieser sogenannten Zonierung würde auch untersucht, ob und wie stark Windräder am jeweiligen Standort das Landschaftsbild beeinträchtigen könnten. Und es können Mindestabstände zu Wohnhäusern von vornherein festgelegt werden. Beides war im bisherigen Verfahren nicht vorgesehen.

Wie alle Kommunen muss Göttingen Flächen für Windenergieanlagen anbieten. Seit Monaten wird um geeignete Standorte gerungen. Nach Überprüfung vieler Faktoren, die Windräder ausschließen, waren fünf Flächen übrig geblieben. Sie sollten als Teilnutzungsflächen aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen werden.

Dieses Verfahren aber hat nach Ansicht der Verwaltung zwei Haken: Auf den Flächen würde der Landschaftsschutz komplett entfallen und es dürften auch andere Anlagen aller Art gebaut werden – in den künftigen Zonen nicht. Außerdem müsste die Stadt prüfen, ob geschützte Tier- und Pflanzenarten bedroht sein könnten. Das sei müßig, erklärte Maik Lindemann von der Bauverwaltung im Umweltausschuss.

Es  könne passieren, dass dann vorzeitig Flächen herausfallen und Göttingen gar keine Windradstandorte mehr benennen kann. Und das, obwohl niemand wisse, ob die jetzt entdeckten besonderen Tier- und Pflanzenarten in ein paar Jahren noch da sind. Wird zoniert, würde der Artenschutz erst bei konkreten Bauanträgen geprüft – und könnte dann zu einem Bauverbot führen.

Vor allem aber rücke beim neuen Verfahren das Landschaftsbild in den Mittelpunkt, so Lindemann. Dabei werde abgewogen, ob mögliche Sicht-Beeinträchtigungen schwerer wiegen als das öffentliche Interesse an Windenergienutzung an diesem Standort.

Nach diesem Verfahren prüfen will die Verwaltung fünf Bereiche: bei Geismar, Deppoldshausen, Elliehausen und zwei bei Esebeck. Diese Bereiche seien bei vorangegangener Prüfung anderer Faktoren wie Waldgebiet und Abstände zu Wohnsiedlungen übrig geblieben. Dabei habe die Verwaltung einen Abstand von 1000 Metern zu Wohnsiedlungen und 750 Metern zu kleinen Außenbereichs-Höfen angenommen – mehr als vom Land vorgeschlagen.

Ob sie den Weg gehen und für das Verfahren zusätzlich etwa 28 000 Euro ausgeben wird, ist offen. Die Ratsfraktionen wollen zunächst intern beraten. Dass er rechtlich sicher sei, bescheinigte den Ausschussmitgliedern eine externe Juristin. Die Verwaltung hatte ihr Gutachten in Auftrag gegeben, weil eine Zonierung in Deutschland neu und ungewöhnlich ist.

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