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Neujahrsempfang 2015 der Stadt Göttingen in der Stadthalle

Qualvolle Arbeit und Mitmenschlichkeit Neujahrsempfang 2015 der Stadt Göttingen in der Stadthalle

Die Zeit der „harten Diskussionen“ hat begonnen. Daran ließ Göttingens neuer Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler in seiner Rede beim Neujahrsempfang der Stadt keinen Zweifel. Vor rund 700 Gästen in der Stadthalle erinnerte Köhler daran, „dass dass wir erst am Anfang einer vermutlich äußerst schwierigen Verteilungsdiskussion“ stehen.

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Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) beim Neujahrsempganf der Stadt Göttingen.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Den Sanierungsbedarf an den beiden Theatergebäuden, eine Sanierungsbaustelle im Ritterplan ohne abschließendes Konzept für einen künftigen Museumsbetrieb, eine Stadthalle, die saniert werden muss, Investitionen für die Feuerwehren, die energetische Sanierung anderer öffentlicher Gebäude und Millioneninvestition im Freibad Weende nannte Köhler als anstehende Investionen.

Neujahrsrede 2015. Zum Vergößern klicken.

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„Uns erwartet ab 2015 eine harte Diskussion über Prioritäten, weil unser Haushalt die Finanzierung aller dieser Maßnahmen nicht leisten kann“, sagte Köhler. Sicher sei er sich, dass auch 2015 der Haushalt ausgeglichen ist.

„Aber das zu erhalten, was wir haben, werden wir uns künftig Jahr für Jahr mühsam und manchmal qualvoll erarbeiten müssen. Wenn wir ein neues Projekt umsetzen, eine neue Aufgabe übernehmen wollen, müssen wir uns im Zweifelsfall von einem alten Projekt trennen, müssen wir auf eine andere Aufgabe verzichten.“

Mangel an preisgünstigem Wohnraum

Gleichzeitig machte sich Köhler für das geplante Kunstquartier stark. Auch wenn Grundstücksfragen zu klären seien, das Trägermodell offen sei und weder Betriebskonzept noch Finanzierungen stünden, dürfe man sich von dem Projekt nicht verabschieden.

Bei allem Verständnis für das Bemühen um Bewahrung und Sicherung bewährter Einrichtungen wie des Museums oder Stadtarchivs.

Lediglich eine Vorgabe habe er gemacht:

„Der städtische Anteil an den Betriebskosten des Kunstquartiers, das für unsere Stadt zu einer Bereicherung mit immenser Ausstrahlungskraft werden soll, darf nicht zu Lasten der Förderung freier, soziokultureller Einrichtungen gehen. Notfalls muss die Stadt an eigenen Einrichtungen sparen, ohne deren Bestand zu gefährden.“

Die Zeit der „harten Diskussionen“ hat begonnen. Daran ließ Göttingens neuer Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler in seiner Rede beim Neujahrsempfang der Stadt keinen Zweifel. © Theodoro da Silva

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Als weiteres drängendes Thema nannte Köhler den „Mangel an preisgünstigem Wohnraum“, der aber nicht in kurzer Zeit behoben werden könne. „Umso mehr sind wir gefordert, planerische Grundlagen für die Ausweisung von Wohnbaugebieten zu schaffen. Mit Tempo.“ Angesichts von weiteren 500 Flüchtlingen, die Göttingen in diesem Jahr aufnehmen werde, appellierte Köhler:

„Jedes Angebot von Wohnraum zählt. Jede ehrenamtliche Mitarbeit ist willkommen. Weil wir alle einfach nur tun müssen, was uns die Mitmenschlichkeit gebietet: Denen Obhut in jeder Form zu gewähren, die dem Grauen in ihrer Heimat gerade noch entkommen sind.“

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