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Neujahrsempfang der Göttinger Katholiken

Zweifel am Sinn des Kriegs gegen den Terror Neujahrsempfang der Göttinger Katholiken

„Das macht mir Angst“: So hat Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) beim Neujahrsempfang der Katholiken in der Kirche St. Heinrich und Kunigunde am Sonntag die Situation in Syrien beschrieben. Deutschland führe dort Krieg, es gebe aber keinen „Aufschrei“, so Köhler vor 350 Menschen.

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Quelle: CH

Göttingen. Die deutschen Soldaten stünden zwar an der Seite ihrer „engsten Freunde“, der Franzosen, räumte der Sozialdemokrat ein.

Auch richteten sie ihre Waffen gegen „die schrecklichste Terrororganisation der Welt“. Trotzdem zeigte sich der Politiker verstört über die Selbstverständlichkeit, mit der das Land zu den Waffen greife. Krieg sei also offenbar keine „Kinderkrankheit“, die Europa mittlerweile „wie die Röteln“ im Griff habe, so Köhler.

Friedrich Selter, Superintendent des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, griff das auf. Auch er sei „zutiefst verunsichert und frustriert“ angesichts der Ratlosigkeit, wie Deutschland auf den Terror und den „nicht enden wollenden Bürgerkrieg“ in Syrien reagieren sollte. Auch er wünsche sich „andere Antworten als Gewalt“.

Selter, Köhler und die anderen Redner lobten das ehrenamtliche Engagement der Bürger für die Flüchtlinge. „Beglückend“ sei das, meinte der Lutheraner. Doch benötigten die Helfer ihrerseits Trost angesichts der Herausforderungen. Harald Jüttner von der jüdischen Gemeinden bekannte, dass er selbst ein schlesisches Flüchtlingskind sei und seit fünf Jahren mit seiner Frau in Israel wohne.

Der Religionsbeauftragte der türkischen Ditib-Gemeinde war verhindert. Ihn vertrat Vorstandsmitglied Mustafa Keskin. Er bat den katholischen Pfarrer Wigbert Schwarze, einen Ausspruch des Propheten Mohammed zu zitieren: „Derjenige, der mit vollem Magen schläft, während sein Nachbar Hunger leidet, ist keiner von uns.“

Die zahlreichen christlichen „Werke der Barmherzigkeit“ zum Wohle Bedürftiger in Göttingen zählte die Vorsitzende des katholischen Dekanatspastoralrats, Corinna Morys-Wortmann, auf.

Von Michael Caspar

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