Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Neujahrsempfang der katholischen Kirche in Göttingen

„Angriff auf die ganze Menschheit“ Neujahrsempfang der katholischen Kirche in Göttingen

Terroristische Anschläge, internationale Krisen und Flüchtlingselend hat am Sonntag Redner und Besucher des Neujahrsempfanges der katholischen Kirche in Göttingen bewegt. „Solch einen Tiefgang habe ich selten erlebt“, kommentierte Wigbert Schwarze, Dechant und Vorsitzender des Dekanatspastoralrates, die sehr emotionale Veranstaltung im Kirchenzentrum St. Heinrich und Kunigunde in Grone.

Voriger Artikel
Mietersuche für das Gothaer Haus Göttingen
Nächster Artikel
Kooperation von Universitätsmedizin und HAWK Göttingen

Miteinander: Muslime, Juden, evangelische und katholische Christen begrüßen gemeinsam das neue Jahr.

Quelle: Heller

Göttingen. Alle Redner zeigten sich entsetzt über die Ermordung von Mitarbeitern der Satirezeitschrift Charlie Hebdo und den brutalen Überfall auf einen koscheren Supermarkt in Paris.

Schwarze erklärte, dass kein Mensch das Recht habe, im Namen der Religion Gewalt zu predigen und anzuwenden. „Denken und Glauben gehören zwingend zusammen“, sagte zu Beginn Corinna Morys-Wortmann, stellvertretende Vorsitzende des Dekanatspastoralrates. „Und Wissen ist unabdingbar, um der Gewalt entgegenzustehen“.

Eva Tichauer Moritz, Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde äußerte Erschütterung bezüglich der Anschläge: „Das ist eine Kriegserklärung gegen die Freiheit.“ „Und gegen die Menschlichkeit“, ergänzte der evangelisch-lutherische Superintendent Friedrich Selter.

„Krieg schafft nicht Frieden, sondern Sieger und Verlierer“

Sichtlich bewegt wandte sich schließlich Oguz Akdemir, Imam der türkisch-islamischen Ditib-Moschee, an die Gäste bei St. Heinrich und Kunigunde. „Das ist ein schwieriges Grußwort für mich“, sagte Akdemir. Der Angriff auf die Pariser Satire-Zeitschrift löse in ihm tiefe Trauer aus. „Wir Muslime verurteilen den Anschlag aufs Schärfste!“ Die Täter „fühlten sich nicht an eine Gesellschaft gebunden, sie haben nicht einmal einen Glauben“.

Das sei nicht nur ein gegen die Mitarbeiter von Charlie Hebdo gerichtetes Attentat gewesen, sondern „ein Angriff auf die ganze Menschheit und somit auch auf die Muslime und den Islam.“ Akdemir kündigte an, dass seine Amtszeit als Imam in Göttingen auslaufe. Er gehe zurück in die Türkei, „in einen Ort nahe der syrischen Grenze. Dort werde ich als Prediger arbeiten“.

Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) hob das „vorbildliche Miteinander der Religionsgemeinschaften“ in Göttingen hervor. „Krieg schafft nicht Frieden, sondern Sieger und Verlierer.“ Und bringe für Göttingen und andere Kommunen „Tag für Tag neue Aufgaben“. Köhler bat um Unterstützung aller bei der Betreuung von Flüchtlingen, „die uns in der Stadt sehr willkommen sind“.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Das Tanz-Team des TSC-Schwarz-Gold Göttingen