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Nicht Manuel Neuer, sondern Abbas Qasin

„Sycor Soccer EM“ in der Göttinger Soccer-Arena Nicht Manuel Neuer, sondern Abbas Qasin

Am Freitag beginnt in Paris die Fußball-Europameisterschaft. In Göttingen haben sich Fußballbegeisterte darauf in besonderer Weise vorbereitet: Rund 300 Kicker, darunter Göttinger und Flüchtlinge, haben in der Soccer-Arena in Weende die „Sycor Soccer EM“ ausgetragen.

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Quelle: Harald Wenzel

Weende. Eigentlich war es in der Sport-Arena viel zu stickig und schwül, um sich sportlich zu betätigen, aber die Spieler störte das nicht. Mit vollem Einsatz jagten sie dem Leder hinterher, die einen technisch stark und elegant, die anderen mehr von ihrer Begeisterung getragen als von ihrem Können. Aber es ging ja auch nicht in erster Linie ums Gewinnen, sondern ums Gemeinschaftserlebnis. Deshalb waren die 24 Erwachsenen- und zwölf Kinderteams auch so aufgeteilt, dass jede Mannschaft ungefähr zur Hälfte aus Flüchtlingen und aus Göttingern bestand.

Organisiert wurde das Event von der studentischen Flüchtlingshilfe „connACTION“, dem SC Hainberg sowie dem Hauptsponsor Sycor. Die Flüchtlinge wurden mit Kleinbussen von ihren Unterkünften abgeholt und in die Soccer-Arena an der Reinhold-Rube-Straße gebracht. Die Organisation sei eine gewaltige Aufgabe gewesen, sagte Marieke Abram von connACTION, „aber wir haben sie irgendwie gemeistert“. Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) zeigte sich von der „traumhaft schönen“ Veranstaltung begeistert: „Eine tolle Idee, die großartig umgesetzt wurde. Auch die Unterstützung durch die Unternehmen war vorbildlich. Keine Frage - Göttingen kann wieder einmal stolz auf sich sein.“

Jedes Land, das bei der EM dabei ist, wurde von einem Team vertreten. In der deutschen Mannschaft stand Abbas Qasin („ich bin besser als Manuel Neuer“) aus dem Libanon zwischen den Pfosten, sein Landsmann Amin Al-Debek war fürs Tore schießen zuständig. Im Auftaktspiel bezwang er in der letzten Sekunde des Spiels Islands Keeper Marco Gierth, der mit seinem langen Bart tatsächlich ein wenig aussah wie ein Wikinger, mit einem knallharten Schuss zum umjubelten 2:1. Doch fürs Finale reichte es nicht: Das gewann Frankreich im Elfmeterschießen gegen Wales - vielleicht ein Vorzeichen für die „richtige“ EM? hr

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