Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
„Nicht mal einen Gartenschlauch“

Anklage gegen Kali-Konzern K+S „Nicht mal einen Gartenschlauch“

Die Staatsanwaltschaft Meiningen hat gegen den Kali-Konzern K+S Anklage erhoben. Vorwurf: illegale Verpressung von Salzlauge in den Untergrund. Der Konzern weist die Vorwürfe zurück. Der Mündener SPD-Landtagsabgeordnete Ronald Schminke fordert, die Ermittlungen auszuweiten.

Voriger Artikel
Mit Dampf in den Thüringer Wald
Nächster Artikel
Göttinger Verein "NS-Familien-Geschichte"

Der Mündener SPD-Landtagsabgeordnete Ronald Schminke will die Ermittlungen gegen K+S auch auf das Regierungspräsidium Kassel ausweiten lassen.

Quelle: dpa

Göttingen. K+S hatte von 1999 bis 2007 insgesamt 9,5 Millionen Kubikmeter Salzlauge in den sogenannten Plattendolomit der Gerstunger Mulde versenkt. Das sei nach dem Wasserrecht unzulässig gewesen, meint die Staatsanwaltschaft. Laut Gutachten eines Geochemikers sind diese Gesteinsschichten so stark zerrüttet, dass die Salzlauge durch Öffnungen im Buntsandstein nach oben steigt. Drei Trinkwasserbrunnen mussten bereits wegen Übersalzung geschlossen werden, berichtet der MDR. Nach der Anklageerhebung fordert der Mündener SPD-Landtagsabgeordnete Ronald Schminke, die Ermittlungen auch auf das Regierungspräsidium Kassel auszuweiten. Nachdem es mit der Entscheidung der Meininger Staatsanwaltschaft wahrscheinlich sei, dass Genehmigungen zur Abfallbeseitigung nur durch umfangreiche Manipulationen zustande gekommen seien, sollte auch die Genehmigungspraxis des RP Kassel unter die Lupe genommen werden. Bislang sei die Umwelt „trotz klarer gesetzlichen Vorgaben bisher immer nur Verlierer“ gewesen, meint Schminke. Kernproblem sei, „dass der Konzern sich seit Jahren hartnäckig verweigere, moderne Vermeidungstechnik einzusetzen“. Lobbyisten des Konzerns seien „spürbar in allen Bereichen der Politik dabei, die billigsten Abfallentsorgungen als Stand der Technik zu verkaufen und dafür Genehmigungen zu erhalten“. Das belegten auch die Ergebnisse der aktuellen staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen. Zum umstrittenen Plan einer Salzabwasser-Pipeline bemerkte Schminke, „an der Oberweser werden wir nicht einmal einen Gartenschlauch für die Einleitung dieser umweltschädlichen Salzbrühe akzeptieren, damit das klar ist.” hein

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“