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Kultureinrichtungen sollen sich öffnen

Forum über Kultur und Migration in Göttingen Kultureinrichtungen sollen sich öffnen

Öffentlich geförderte Kultureinrichtungen müssten Migranten mehr Möglichkeiten geben, sich mit ihren Ideen und Fähigkeiten einzubringen. Das forderte Niedersachens Kulturministerin, Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne), in Göttingen. Der Migrantenanteil bei den Zuschauern müsse steigen.

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Kulturministerin, Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne), organisiert das Forum in Göttingen.

Quelle: Archiv

Göttingen. Cross-Culture nannte sich das Regionale Interkultur-Forum, das das Landesministerium für Wissenschaft und Kultur am Mittwoch gemeinsam mit dem Kulturzentrum musa im Hagenweg organisierte. Institutionen und Migranten, so die Ministerin, sollten miteinander ins Gespräch kommen. Öffentliche Förderung für Göttingens 30 Migrantenvereine und deren Kulturprojekte forderte die Geschäftsführerin des Integrationsrats, Birgit Sacher. Das Haus der Kulturen kämpfe seit Jahren um seine Existenz.

Zeliha Karaboya, die Leiterin des Migrationszentrums für Stadt und Landkreis Göttingen, lobte das Deutsche Theater. Es lasse über ihr Zentrum Freikarten für Generalproben verteilen. Das sei ein erster Schritt. Nun müssten aber auch mehr Migranten auf der Bühne zu sehen sein. Gegen die von Moderator Kenan Kolat vorgeschlagenen Migrantenquoten bei Kultureinrichtungen verwahrte sich Erich Sidler, der Intendant des Deutschen Theaters.

Über die Schwierigkeiten gemeinsamer Kulturprojekte sprach Nina de la Chevallerie, die 2009 mit Flüchtlingen das Boat-People-Theaterprojekt gestartet hat. Sie stritten viel über die Herangehensweise und die ästhetischen Vorstellungen, die zum Teil weit auseinander liegen würden.

„In vielen Herkunftsländern der Flüchtlinge gibt es aufgrund staatlicher Zensur kein gesellschaftskritisches Theater“, berichtete Jawed Yazdani vom Vorstand des Afghanistan-Kulturhauses in Göttingen. Flüchtlinge in Deutschland seien zudem oft mit anderen Themen als Kultur beschäftigt, etwa mit der Erlangung eines Aufenthaltsrechts, dem Erlernen der Sprache oder der Suche nach Arbeit.

Viele Migranten stammten aus Arbeiterfamilien, gab Nicole Mayer-Ahuja, Göttinger Professorin für Arbeitssoziologie, zu bedenken. Sie fänden daher nur schwer Zugang zum bürgerlichen Kulturbetrieb und benötigten Hilfen.

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