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Nils Holthoff berichtet vom Leben in der Notunterkunft

Nur Kochen ist nicht möglich Nils Holthoff berichtet vom Leben in der Notunterkunft

Seit nunmehr sechs Wochen hat die Notunterkunft für wohnungssuchende Studierende im Gebäude der ehemaligen Voigtschule geöffnet. Sechs Wochen, in denen die Einrichtung von Studentenwerk und Stadt das Zuhause für etliche Neustudenten darstellt. Einer von ihnen ist Nils Holthoff.

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Entspannt auf seinem Feldbett in der ehemaligen Voigtschule: Wirtschaftsinformatik-Student Nils Holthoff.

Quelle: Köster

Göttingen. Der Student der Wirtschaftsinformatik wollte im Oktober vom Bodensee nach Göttingen ziehen – die angespannte Wohnungssituation in der Stadt hat ihm allerdings einen Strich durch die Rechnung gemacht, er musste in die Notunterkunft.

„Bei WG-Besichtigungen ist man halt einer unter vielen“, erzählt der 19-Jährige. „Und Wohnungen sind oftmals ziemlich teuer.“ Tagsüber, wenn die Notunterkunft geschlossen hat, ist Holthoff viel in der Universität unterwegs. Abends trifft er dann seine Zimmernachbarn in den Räumlichkeiten der früheren Voigtschule. Man kennt sich mittlerweile, blödelt miteinander herum und schlägt die Zeit tot.

Holthoff gefällt es in der Voigtschule. Einzig, dass er dort nicht kochen kann, stört ihn. „Aber man muss die Alternativen betrachten.“ Natürlich könne er auch in der Jugendherberge schlafen. „Da bekomme ich dann vielleicht ein Abendessen, zahle aber auch 25 Euro.“ In der Notunterkunft sind es nur fünf Euro pro Nacht. Trotzdem fährt er am Wochenende lieber zu Verwandten nach Hamburg. „Wäsche waschen und so“, sagt er und lacht.

Am frühen Abend ist Holthoff noch allein, nur die belegten Feldbetten und die Kleiderhaufen zeugen von weiteren Mitbewohnern in seinem provisorischen Zuhause. Die beiden Männer vom Sicherheitsdienst, die in der Notunterkunft nach dem Rechten sehen, stellen sich auf eine ruhige Nacht ein – wieder einmal. „Die Studenten benehmen sich hier alle ordentlich, es gab noch nie Probleme“, berichtet ein Sicherheitsmann. „Das ist schon eine willkommene Abwechslung zu unseren sonstigen Einsätzen.“

Von Benni Köster

206 Übernachtungen
Nach Angaben des Studentenwerks haben 206 Übernachtungen von 34 Studierenden stattgefunden. Sie bleiben im Schnitt vier bis fünf Tage in der Notunterkunft. Die Zahl der Übernachtungen blieb auch nach Vorlesungsstart konstant, lediglich zum Wochenende fällt sie merklich ab – viele Studierende fahren lieber nach Hause.
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