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„Noch 30 Jahre“ gesund und munter

100. Geburtstag „Noch 30 Jahre“ gesund und munter

100 Jahre alt und wunschlos glücklich: „Ich fühle mich sehr gut. So kann es gerne noch 30 Jahre weitergehen“, schmunzelt Georg Wilde. Zu seinem Geburtstag wünsche er sich nichts Besonderes. Er habe alles.

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Wunschlos glücklich: Georg Wilde feiert 100. Geburtstag.

Quelle: Vetter

Die Zufriedenheit spiegelt sich in seinem Gesicht wieder, wenn er sich lächelnd etwas nach vorne beugt. „So lange ich schmerzfrei bin und nicht leide, ist alles in bester Ordnung“, sagt er.

Seit mittlerweile 13 Jahren wohnt er im Zentrum für ältere Menschen in Grone. Dort bekommt er regelmäßig von seinen drei Kindern, deren Partnern und seinen fünf Enkeln Besuch. „Darüber freue ich mich. Es ist immer schön, wenn jemand da ist“. Sonst sitzt er in seinem Sessel und schaut fern, am liebsten Sendungen über besondere Bauten oder technische Dinge. „Augen und Ohren funktionieren zwar nicht mehr so gut wie früher, aber es geht schon“. Mittlerweile habe er ganz gerne Zeit für sich und seine Ruhe.

Er verbringt jedoch keineswegs den ganzen Tag in seinem Zimmer. Der Tag im Zentrum beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück der Bewohner. „Eine gute Sitte“, wie Georg Wilde findet. Besonders gerne unterhalte er sich mit einer Frau, die wie er aus Schlesien stamme, über die „alte Heimat“. In Schlesien lernt Wilde in den 20er Jahren den Beruf des Schlossers bei den Eisenbahnwerken, bevor er an der Höheren Technischen Lehranstalt für Maschinenbau in Görlitz studiert und als Diplomingenieur abschließt. In dieser Zeit tritt er der Studentenverbindung Lusatia an, deren letztes oder vorletztes Mitglied er ist. „Vor sechs oder sieben Jahren habe ich noch ein anderes Mitglied getroffen, aber ob es noch lebt, weiß ich nicht“, erklärt Wilde.

Auf einem Kirchweihfest in Marxdorf, Niederschlesien, lernt er 1938 seine spätere Ehefrau Maria kennen, die er 1939 heiratet. Am Tag der Taufe seines Sohnes Hans im Mai 1942 muss er während der Feier abreisen und sich bei den Pionieren melden. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zieht Wilde nach Göttingen und arbeitet im Ausbesserungswerk der Bahn.

Georg Wilde, mittlerweile Ausbilder für Schlosserlehrlinge bei der Bundesbahn, findet sein großes Hobby: Einen Schrebergarten an der Leine. Dort verbringt die Familie ihre Freizeit. Georg und Maria Wilde haben drei Kinder: Brigitte, Hans und Norbert. Die Familie wächst Ende der 1960er Jahre stark an: Vier Enkelkinder werden innerhalb kurzer Zeit geboren. „Die haben mich ganz schön auf Trab gehalten bei ihren Besuchen“, erinnert sich Goerg Wilde. Mit seiner Maria feiert er 1989 die goldene Hochzeit. Neun Jahre später stirbt sie.

Aufgrund eines Schlaganfalls vor 26 Jahren zieht Wilde daraufhin in das Zentrum für ältere Menschen. „Hier lässt es sich aushalten. Kein Krach“, sagt Georg Wilde und lehnt sich zufrieden in seinem Sessel zurück.

mke

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