Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Nörtener wegen Angriffs mit Jagdmesser vor Gericht

Prozess Nörtener wegen Angriffs mit Jagdmesser vor Gericht

Weil er einen 29 Jahre alten Mann aus Nörten in dessen Wohnung beinahe mit einem Jagdmesser getötet hat, steht seit Dienstag ein 19-Jähriger vor der Jugendkammer des Landgerichts. Versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung werden ihm vorgeworfen.

Voriger Artikel
Göttinger Haushalt 2015 genehmigt
Nächster Artikel
Motorradfahrer bei Zusammenstoß mit Audi in Sudheim verletzt
Quelle: dpa (Symbolbild)

Nörten-Hardenberg/Göttingen. Allerdings wird es voraussichtlich auf eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus hinaus laufen, denn zur Tatzeit war der unter Drogeneinfluss stehende junge Mann offenbar schuldunfähig. Die Anklagebehörde geht  in dem Sicherungsverfahren laut Eröffnungsbeschluss von einem akuten paranoiden halluzinatorischen Syndrom aus, das zum Tatzeitpunkt bestanden habe.

 
Verfolgungsgefühle nach Drogenkonsum

 
Anders gesagt: „Er war auf einem Drogentrip, von dem er nicht wieder runtergekommen ist.“ Das waren laut einer Polizistin als Zeugin die Worte der Freundin des 19-Jährigen. Das junge Paar hatte sich in Göttingen in der Berufsschule kennengelernt. Er war gleich zu  ihr gezogen, obwohl er Freundin und Kind hat. Das Mädchen lebte noch bei ihrer Mutter und deren 29 Jahre alten Lebensgefährten. Der 29-Jährige entwickelte sich nach Aussage des jetzt Angeklagten mehr und mehr zum Feindbild, auf das er alles Negative geschoben habe. Ausgelöst offenbar durch Cannabis-Konsum und Amphetamin-Missbrauch habe er Verfolgungsgefühle entwickelt, gab der Angeklagte am ersten Prozesstag zu. Er habe überall Zeichen gesehen - rote Tücher im Schrank, Kreuze an der Decke, Dreiecke in der Küche. Den Mitbewohner habe er für einen Vampir gehalten, der ihm nachts heimlich Injektionen spritzt und ihn missbraucht. Auch seine Freundin, so habe er geglaubt, sei vom Vampir missbraucht worden.

 
Es war Weihnachten 2014, als die junge Frau die Wesensveränderungen des damals 18-Jährigen nicht mehr aushielt. Am ersten Feiertag machte sie Schluss mit ihm. Am zweiten Feiertag kurz vor Mitternacht kam er wieder. Stimmen hätten ihm gesagt, so berichtet er im Gericht, dass er „es tun“ solle. Da habe er ein Jagdmesser aus dem Zimmer seiner Freundin genommen und zugestochen, als der 29-Jährige ihm im Flur begegnete.

 
Notoperation rettet Opfer das Leben

 
Mehrere lebensgefährliche Stiche trafen das Opfer in Brust, Bauch und Hals. Herz und Milz wurden verletzt. Nur eine Notoperation rettete das Leben des Mannes. Dessen Partnerin konnte dem Angreifer das Messer abnehmen und es verstecken. Dann ging der Täter. Nun erwartet ihn eine langfristige Unterbringung in der Psychiatrie. Mit Medikamenten, sagt er gehe es ihm heute besser - und wippt unter den Nebenwirkungen fortwährend hin und her.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Tanzende Schneeflocken im "Kauf Park"